Pfalztheater eröffnet neue Spielzeit 2020/2021
Große Wiedersehensfreude

v.l. Aglaja Stadelmann, Rainer Furch und Meike Anna Stock | Foto: Pfalztheater / Brehm-Seuffert
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  • v.l. Aglaja Stadelmann, Rainer Furch und Meike Anna Stock
  • Foto: Pfalztheater / Brehm-Seuffert
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Es tut gut, wieder im Großen Haus des Pfalztheaters Platz zu nehmen und mit Genuss dem spielfreudigen Pfalztheater-Ensemble zusehen zu dürfen. Mit zwei schönen Premieren ist der Lautrer Musentempel in die neue Saison gestartet. Sowohl das Schauspiel als auch der Liederabend machen Lust auf mehr. Mit genügend Abstand und einem sehr guten Sicherheitskonzept kann man endlich wieder eintauchen in die Kunst und einen Abend lang die Welt draußen hinter sich lassen. Kultur muss sein!

Den Anfang machten Rainer Furch, Meike Anna Stock, Aglaja Stadelmann und Jan Henning Kraus als zwei Ehepaare, die in einen Strudel von Gefühlen geraten, nach Wahrheiten suchen und dabei ihre jahrelange Freundschaft begraben. Mit dem Stück „Die Wahrheiten“ zeigt das Pfalztheater ein brandneues Schauspiel, das erst im Januar 2020 am Stuttgarter Staatstheater aufgeführt wurde. Der Kern der Geschichte: Nach 17 Jahren kündigt ein Ehepaar einseitig, mit sofortiger Wirkung, ohne Begründung, per SMS, die Freundschaft auf. Warum? Wieso? Was ist passiert? Nach und nach treten beim Suchen nach den Antworten ganz unterschiedliche Sichtweisen auf Geschehenes zu Tage. Jeder der vier Protagonisten hat seine eigene Wahrheit, die für sich betrachtet die tatsächliche Wirklichkeit ist. Was passiert, wenn man diese vermeintlichen Wahrheiten verschweigt, verdrängt und nicht offen ausspricht, zeigt sich im Verlauf des Abends. Eine spannende Geschichte, die auf der minimalistischen Bühne optisch modern und sehr gut umgesetzt ist, und damit reichlich Platz für die Wortgefechte lässt. Kompliment an Schauspieldirektor Harald Demmer für diese Inszenierung und Applaus für ein beeindruckend stark und emotional spielendes Ensemble.

Und die Welt hebt an zu singen... Unter diesem Motto trat das Musikensemble nur eine Woche später wieder vor sein Publikum. Dass die Akteure auf der Bühne dabei ihre eigenen Liedwünsche einbringen durften, zeigen der Musikbogen und die unterschiedlichen Sprachen des Abends. Von Schubert, Tschaikowski, Beethoven, Rachmaninow und Mahler über Tango-Lieder bis hin zu frühen Musicals und Filmsongs präsentieren Monika Hügel, Polina Artsis, Daniel Böhm, Peter Floch, Astrid Vosberg und Adrienn Čunka mit ihrem gesanglichen Können die unglaublich schöne Bandbreite von Musik. Jeder Musikteil für sich ein Hörgenuss vom Feinsten. Musikalisch begleitet werden alle von Frank Kersting (Klavier) und dem wundervollen Klarinettenspiel von Simon Scheller. Die Moderation von Andreas Bronkalla erzählt die Geschichten hinter der Musik. Dass Filmmusik dabei in keinster Weise der klassischen Musik nachsteht, zeigte Adrienn Čunka, die zu Recht mit ihrer glasklaren Aussprache, Gänsehaut-Stimme und ausdrucksstarken Mimik die Songs aus dem Film „Yentl“ zum Höhepunkt des Liederabends machte.

Fazit: Kultur und Theater muss sein! Beide sind unverzichtbarer Bestandteil unseres Lebens. Und wer lange darauf gewartet hat, darf nun mit diesen beiden Stücken wieder Theaterluft und Kunst schnuppern und genießen. Nichts, wie ran an die Karten!

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v.l. Aglaja Stadelmann, Rainer Furch und Meike Anna Stock | Foto: Pfalztheater / Brehm-Seuffert
v.l. Simon Scheller, Frank Kersting und Monika Hügel | Foto: Pfalztheater / Piecuch
Oben: v.l. Simon Scheller, Frank Kersting und Monika Hügel
Unten: v.l. Aglaja Stadelmann, Rainer Furch und Meike Anna Stock | Foto: Pfalztheater / Piecuch (oben) - Brehm-Seuffert (unten)
Autor:

Petra Rödler aus Kaiserslautern

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