Ein runder Spielplan – Punkt. – Pfalztheater präsentiert die Spielzeit 2026/2027
- Im aktuellen Brecht-Bühnenbild mit Blick in die kommende Spielzeit (von links): Luisa Sancho Escanero, Anna Werner, Daniele Squeo, Daniel Böhm (oben), Stephan Beer, Simone Grub und Hans-Ulrich Ihlenfeld
- Foto: Petra Rödler
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Kaiserslautern. „Es wird Ihnen einiges geboten“, verspricht der Bezirkstagsvorsitzende Hans-Ulrich Ihlenfeld. Der künstlerische Direktor Daniel Böhm verweist dazu auf das neue Logo, das eigentlich das alte ist, nur wiedererkennbarerer und barrierefrei – und mit rotem Punkt. „Der gibt den Hinweis auf einen runden Spielplan.“ Generalmusikdirektor Daniele Squeo geht in seine letzte Spielzeit und die kaufmännische Direktorin Simone Grub verkündet die Wiedereinführung des Jugend-Abos.
Das Musiktheater startet mit dem Cole-Porter-Musical „Kiss me, Kate“. Der Wunsch des Publikums nach Operette wird mit dem „Graf von Luxemburg“ erfüllt, und die Frage: Vaterland oder Liebe? stellt sich in Verdis Oper „Aida“. Die Ur- und Erstaufführung der komischen Oper „Ich, ich, Ich“ beschäftigt sich musikalisch schwungvoll und umwerfend komisch mit den Abgründen unserer Zeit. Frech-frivole Abende unter dem Titel „Ich bin Dein Nachtgespenst“ gibt Günther Fingerle mit seinem Friedrich Hollaender-Abend.
Schauspiel
Von einer Horrorkomödie nach Kafka, „Der Fall McNeal“ nach Daniel Kehlmann, einem Stück über Männlichkeit im Krisenmodus und der Komödie „James Brown trug Lockenwickler“ bietet das Schauspiel Gegenwartsdramatik, ebenso mit der Uraufführung von Christian Barons „Die drei Schwestern“. Ab März 2027 geht es auf Kreuzfahrt. Das Pfalztheater ist das erste Haus, das „Tod auf dem Nil“ auf die Bühne bringt.
Die Sparte startet in die Saison mit „Der große Gatsby“, dem kapitalistischen Märchen über große Träume. Neben den eigenen Bühnen bespielt Stephan Beer mit seinem Ensemble auch interessante Spielorte außerhalb des Theaters, darunter das mpk mit dem Schlagabtausch „Alte Meister“ und das Landgericht Kaiserslautern mit einem Melodrama.
Tanz
„Tanz benötigt keine Worte, ob in Kaiserslautern, Taipeh oder Sevilla“, spielt Tanzchefin Luisa Sancho Escanero auf die Orte an, an welchen das Tanzensemble in der nächsten Spielzeit auftreten wird. Drei eigene Produktionen stehen auf dem Spielplan, darunter die erste Premiere „Unfinished Chapels – Unvollendete Kapellen“ der aufstrebenden und viel beachteten jungen Künstlerin Lea Ved.
Es folgt „Der Tod und das Mädchen“, eine tänzerische Reflexion über die Zerbrechlichkeit menschlichen Lebens, getragen von Schuberts hochemotionaler Musik. Und weil es aus Sicht der Choreografin Teil der eigenen Verantwortung ist, jungen Menschen eine Chance zu geben, auf anderen Ebenen zu arbeiten, präsentieren Mitglieder des Tanzensembles mit „Blueprints 3.0“ eigene Choreografien.
Junges Theater
„Das JUP startet mit der Uraufführung der Kammeroper „Fliegen die Raben noch?“ auf den Spuren von Kaiser Barbarossa“, so Anna Werner. „Dazu kommen ein Projekt für kulturelle Teilhabe, für die Kleinen „Oh, wie schön ist Panama“ und der „Räuber Hotzenplotz“ zur Weihnachtszeit. Mit den „Nibelungen“ bringen wir komprimiert einen großen Stoff in die Klassenzimmer der Schulen.“
Der Debütroman von Fußballweltmeister Christoph Kramer „Das Leben fing im Sommer an“ wird in Kaiserslautern als einer der ersten Bühnen aufgeführt. Zum umfangreichen Programm des JUP gehören auch Konzerte für alle Altersklassen.
Konzerte
„Ich freue mich trotz turbulenter Zeiten, wie die letzten sieben Jahre gelaufen sind“, blickt Daniele Squeo zurück. „Ich habe mich hier immer wohlgefühlt. Und jetzt schließt sich ein Kreis für mich mit Stücken, die am Anfang geplant waren, und jetzt ihre Vollendung finden. Mein erstes Konzert vor Publikum war Beethoven. Im Juli 2027 wird mein letzter Arbeitstag mit dem 3. Pfalztheaterkonzert „Beethoven: Schicksalssinfonie und Pastorale“ sein.“
Davor gibt es jede Menge hochklassige Musik im Pfalztheater, der Fruchthalle und der Werkstattbühne. Beschwingt und lustig geht es mit Tango, Mambo und südamerikanischen Rhythmen ins neue Jahr. „Und ich habe gedacht, jetzt ist es Zeit, endlich mal etwas mit Astrid Vosberg zu machen. Das tun wir mit „Der Spatz von Paris“ und Édith Piaf.“
Zum Ende der Saison steht das spartenübergreifende Barockspektakel „King Arthur“ auf dem Spielplan im Großen Haus. Ein Stück, unterstützt von den Freunden des Pfalztheaters, über die Liebe, inklusive Zauber auf der Bühne und wunderschöner Musik von Henry Purcell.
Autor:Petra Rödler aus Kaiserslautern |
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