Wörth plant neues Rhein-Quartier: Was jetzt auf dem CJD-Gelände entstehen soll
- Das CJD-Areal in Maximiliansau - um dieses Gelände geht es in der Entwicklungsstudie
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Wörth am Rhein. Direkt am Rhein, mit freiem Blick aufs Wasser, liegt eine der spannendsten Entwicklungsflächen der Stadt Wörth: das ehemalige CJD-Gelände in Maximiliansau. Jetzt nimmt die Planung für das Areal erstmals Gestalt an. Wie geht es mit dem CJD-Gelände weiter? Eine neue Studie liefert konkrete Pläne für Wohnen, Gesundheit und Gastronomie.
Die stadteigene Grundstücksverwaltungsgesellschaft GVG Wörth GmbH hat den städtischen Gremien diese vertiefende Studie, die die künftige Nutzung des Areals weiter konkretisiert, unlängst vorgestellt. Erarbeitet wurde sie von der Werkgemeinschaft Landau – als dritter Schritt eines mehrstufigen Planungsprozesses.
Fokus auf Wohnen, Gesundheit und Gastronomie
Das Gelände östlich der Rheinstraße soll künftig gezielt auf die Bedürfnisse der Stadt zugeschnitten werden. Im Zentrum der Überlegungen stehen vor allem Angebote in den Bereichen Wohnen, Gesundheit, Gastronomie sowie sogenanntes Boarding – also Übernachtungsmöglichkeiten, die ähnlich wie Hotels funktionieren, jedoch ohne klassische Rezeption auskommen. Zugang und Buchung erfolgen dabei in der Regel digital per Code.
Die Studie „Östlich der Rheinstraße“ untersucht die Nutzungsmöglichkeiten und Entwicklungspotenziale eines Grundstücks in attraktiver Lage am Rhein, mit folgenden Kernergebnissen:
Nutzungsszenarien und Wirtschaftlichkeit:
Ziel ist die Schaffung eines wirtschaftlich tragfähigen Nutzungsmixes aus Gewerbe, freiem Wohnen, gefördertem Wohnen und betreutem Wohnen. Die Analyse berücksichtigt die Renditechancen für Investoren und betont die Notwendigkeit eines flexiblen Ansatzes, der an Nachfrage und Marktchancen angepasst wird
Erhöhung des Bebauungspotenzials:
Das Grundstück bietet Möglichkeiten zur optimierten Ausnutzung – etwa durch Aufstockungen oder zusätzliche Baukörper. Dies steigert die wirtschaftliche Attraktivität und Planungseffizienz für zukünftige Bauvorhaben
Potenzial für Gewerbe und Gastronomie:
Gewerbeflächen sind in begrenztem Umfang sinnvoll, insbesondere im Erdgeschoss oder maximal im ersten Obergeschoss. Gastronomische Angebote sowie ein Boardinghouse könnten von der attraktiven Rheinlage profitieren, jedoch besteht hierbei ein gewisses Betreiberrisiko
Empfehlungen zur technischen Vorbereitung:
Ein Baugrundgutachten hat ergeben, dass das Gelände mit schadstoffbelastetem Auffüllmaterial durchsetzt ist. Dies beeinträchtigt die Versickerungsmöglichkeiten und verursacht potenziell höhere Kosten für Gründungs- und Aushubarbeiten. Ein weiteres Schadstoffgutachten wird empfohlen
Flexibilität in der Wohnnutzung:
Die Studie favorisiert eine offene Skelettbauweise, die eine flexible Nutzung für freies, gefördertes und betreutes Wohnen ermöglicht. Dies erlaubt Anpassungen an zukünftige Bedarfe und erhöht die Attraktivität für verschiedenste Zielgruppen
- Zukunftsvision: So könnte das neue Areal am Rhein aussehen
- Foto: Visualisierung der Nutzungsmöglichkeiten – Idee + Gestaltung Werkgemeinschaft Landau
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Zusammengefasst setzt die Studie auf einen innovativen Nutzungsmix, flexible Bauweisen und eine wirtschaftlich tragfähige Entwicklung des Areals unter Berücksichtigung technischer und ökologischer Gegebenheiten. Gezielt gesucht werden nun Investoren, die diese Nutzungen umsetzen. Büroflächen spielen laut Studie dagegen eine untergeordnete Rolle. Denkbar ist jedoch gewerbliche Nutzung im kleineren Maßstab, etwa durch Läden im Erdgeschoss des zentralen Gebäudes.
Nächster Schritt: Gespräche mit Investoren
Mit der nun vorliegenden Analyse sieht sich die GVG auf Kurs. Alle Optionen seien sorgfältig geprüft worden, nun könne die nächste Phase beginnen: konkrete Gespräche mit potenziellen Investoren.
Ziel bleibt, ein attraktives Quartier zu entwickeln – „entschlossen, aber behutsam“, wie es aus dem Umfeld der Verantwortlichen heißt. Einfluss auf die konkrete Ausgestaltung will die Stadt über Verträge und Rahmenbedingungen nehmen. Auch der aktuell in Aufstellung befindliche Bebauungsplan setzt bereits erste Leitplanken.
Erste Projekte bereits vereinbart
Teile der Entwicklung sind bereits angestoßen: Für eine Fläche auf dem Gelände gibt es eine Vereinbarung mit einem Investor zum Bau eines Ärztehauses. Zudem existieren Pläne, das sogenannte Haus 1 aus den 1920er Jahren in Wohnraum umzuwandeln.
- Das historische Haus 1 des CJD Wörth-Maximiliansau könnte schon bald neuen Wohnraum bieten
- Foto: Heike Schwitalla
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„Die evaluierten Nutzungsmöglichkeiten zeigen das große Potential des Geländes“, betonen der zuständige Beigeordnete Jürgen Weber und GVG-Geschäftsführer Holger Kaschewski. „Die Entwicklung dieses Quartiers liegt uns allen am Herzen. Viel Engagement und Herzblut sind bereits von allen Beteiligten in die Planung geflossen. Wir sind uns alle der Verantwortung für die Zukunft bewusst.“
Autor:Heike Schwitalla aus Germersheim |
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