Weniger Papierkrieg: Landkreis Germersheim ermöglicht digitale Bauanträge ab Februar
- Bauanträge, die bislang zum Teil in mehrfacher Ausfertigung mühsam auf Papier gestellt werden mussten, können ab 1. Februar digital eingereicht werden. Darüber freut sich auch Stefan Müller, Teamleiter der Unteren Bauaufsicht bei der Kreisverwaltung Germersheim, der hier noch mit Aktenbergen und Stempeln seine Arbeit verrichtet und schon bald bequem über seinen PC Unterlagen verschieben, weiterleiten, bearbeiten und beantworten kann
- Foto: Foto Kreis GER / mda
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Germersheim | Kreis. Die Kreisverwaltung Germersheim treibt die Digitalisierung ihrer Dienstleistungen weiter voran. Ab dem 1. Februar 2026 können Bauanträge im Landkreis erstmals vollständig online eingereicht werden. Damit erreicht die Verwaltung einen wichtigen Etappenschritt bei der Umstellung ihrer Prozesse und reduziert den papiergebundenen Aufwand deutlich.
„Mit dem digitalen Bauantrag machen wir die Kreisverwaltung moderner, bürgerfreundlicher und effizienter“, sagt Landrat Martin Brandl. „Wer bauen möchte, kann seinen Antrag künftig jederzeit und von jedem Ort mit Internetzugang einreichen – ohne Ausdrucke, ohne mehrfach ausgefertigte Unterlagen und ohne Postweg. Das spart Zeit, Geld und Ressourcen.“
Das neue digitale Verfahren bildet sämtliche Schritte des Baugenehmigungsprozesses elektronisch ab. Von der Antragseinreichung über die verwaltungsinterne Prüfung und die Einbindung der Fachbehörden bis hin zur Zustellung der Entscheidung erfolgt der Ablauf vollständig digital. Neben dem Wegfall von Papier und Kopien profitieren insbesondere die beteiligten Fachstellen von einer schnelleren Bearbeitung. „Unser Ziel ist, die Bearbeitungszeiten zu verkürzen und die Abläufe zu vereinfachen – für alle Beteiligten“, betont Brandl. „Die Digitalisierung ist kein Selbstzweck, sondern ein echter Mehrwert für Bürgerinnen, Bürger und Unternehmen im Landkreis Germersheim.“ Zum Einsatz kommt ein virtueller Vorgangsraum, der unter Federführung des Landes Mecklenburg-Vorpommern entwickelt wurde und inzwischen bundesweit genutzt wird, unter anderem auch in Rheinland-Pfalz und Baden-Württemberg. Entwurfsverfasserinnen und Entwurfsverfasser profitieren dabei von einem standardisierten und praxiserprobten System, das unabhängig vom jeweiligen Standort einheitlich genutzt werden kann.
Bei Rückfragen oder neuen Mitteilungen während des laufenden Verfahrens werden die zugangsberechtigten Personen automatisch per E-Mail informiert. Nutzungsberechtigt sind Architektinnen und Architekten, Entwurfsverfasser, Bauherrinnen und Bauherren sowie deren Bevollmächtigte, die bereits im Zuge der Registrierung im System hinterlegt werden können.
Ab Juli nur noch digital
Bereits seit Jahresbeginn müssen Bauanträge direkt bei der Kreisverwaltung Germersheim eingereicht werden und nicht mehr bei den Gemeindeverwaltungen. Eine Ausnahme gilt weiterhin für Unterlagen im Freistellungsverfahren, die nach wie vor bei den Verbandsgemeinden beziehungsweise den beiden Städten entgegengenommen werden. Eine weitere Umstellung erfolgt zum 1. Juli 2026: Ab diesem Zeitpunkt ist die Einreichung von Bauanträgen ausschließlich digital möglich, Papierunterlagen werden dann nicht mehr akzeptiert. „Wir haben den Anspruch, digitale Lösungen so zu gestalten, dass sie verständlich, transparent und praxistauglich sind“, erklärt Landrat Brandl. „Der digitale Bauantrag ist dafür ein gutes Beispiel – und ein weiterer Schritt hin zu einer modernen, serviceorientierten Verwaltung.“
Autor:Heike Schwitalla aus Germersheim |
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