Ministerin Christine Schneider auf Sommertour: „Wir müssen den Bienwald mit all seinen Funktionen erhalten“
- Natur pur: Impressionen aus dem Bienwald - aber Hitze und Trockenheit machen dem großen Waldgebiet zu schaffen
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Bienwald | Südpfalz. Der Bienwald gehört zu den bedeutendsten Waldgebieten in Rheinland-Pfalz – doch Hitze, Trockenheit, Schädlinge und invasive Pflanzen setzen ihm zunehmend zu. Bei einem Besuch im Rahmen ihrer Sommertour informierte sich Umwelt- und Forstministerin Christine Schneider vor Ort über die Auswirkungen der Klimakrise auf den Wald und die Maßnahmen, mit denen die Försterinnen und Förster den Bienwald für die Zukunft erhalten wollen.
Der Bienwald liegt in einer der wärmsten Regionen des Landes. Gleichzeitig gehen die Niederschläge während der Vegetationsperiode im Frühjahr und Sommer zurück. Immer häufigere Extremtemperaturen schwächen die Bäume und gefährden ganze Waldlebensräume. Teilweise verlieren Waldbereiche bereits ihren typischen Charakter, weil sich die Bestände zunehmend auflichten.
Auch die natürliche Verjüngung des Waldes wird immer schwieriger. Neben den Folgen der Trockenheit erschweren invasive Pflanzenarten wie die aus Nordamerika stammende Kermesbeere die Entwicklung junger Bäume. Hinzu kommt der Waldmaikäfer, für den der Bienwald bekannt ist. Seine Larven, die sogenannten Engerlinge, fressen an den Wurzeln junger Bäume und gefährden so die Waldverjüngung zusätzlich. Mit den steigenden Temperaturen breitet sich der Schädling zudem in weitere Waldgebiete aus.
„Der Bienwald hat in den letzten Jahren massiv unter den Folgen der Klimakrise gelitten. Wenn aber dem Wald auch noch durch die Trockenheit, Hitze und Insekten die natürliche Verjüngungsfähigkeit genommen wird, ist es Fünf vor Zwölf. Wir müssen den Spagat schaffen, den Bienwald mit all seiner Vielfalt und seinen Funktionen für die Menschen und den Klimaschutz zu erhalten. Dazu zählt zum Beispiel die Grundwasserneubildung und Schaffung von Luftaustausch. Das ist wirkliche, existenzielle Daseinsvorsorge. Er trägt weiterhin einen wichtigen Teil zur Regionalentwicklung und zum nachhaltigen Tourismus in unserem Land bei“, sagte Ministerin Schneider.
Der Bienwald - ein Hotspot der Artenvielfalt
Der Bienwald zählt zu den artenreichsten Waldgebieten Deutschlands. Mehr als 2.200 Käferarten, darunter rund ein Drittel aller in Deutschland vorkommenden Laufkäferarten, wurden hier nachgewiesen. Außerdem leben dort 143 Vogelarten, von denen 120 regelmäßig brüten, 15 Fledermausarten – das entspricht rund 75 Prozent aller heimischen Arten – sowie 46 Libellenarten, darunter etwa die Hälfte aller in Deutschland vorkommenden Arten.
Auch streng geschützte Arten wie der Heldbock finden im Bienwald geeignete Lebensbedingungen. Darüber hinaus spielt das Waldgebiet eine wichtige Rolle als Wanderkorridor für Wildkatzen, da es die Rheinauen mit dem Pfälzerwald verbindet. Die Landschaft reicht von Flugsanddünen und Bachauwäldern über Moore bis hin zu Streuobstwiesen.
„Der Bienwald ist ein sehr facettenreiches Waldgebiet in einer eng besiedelten Region mitten in Europa“, schloss Christine Schneider nach ihrem Besuch.
- Artenvielfalt bestimmt den Bienwald - aber Hitze und Trockenheit machen dem großen Waldgebiet zu schaffen
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Förster setzen auf neue Strategien
Um den Bienwald widerstandsfähiger gegen die Folgen der Klimakrise zu machen, verfolgen die Försterinnen und Förster verschiedene Ansätze. Vorrang hat der Erhalt des bestehenden Waldes. Die natürliche Verjüngung soll gezielt gefördert werden – möglichst mit einer großen Vielfalt an Baumarten, um das Risiko durch Klimaveränderungen zu streuen.
Ergänzend werden kleinflächig neue Bäume gepflanzt, teilweise aus eigener Aufzucht im Pflanzgarten. Zudem tauschen sich die Landesforsten mit wissenschaftlichen Einrichtungen und anderen Forstbetrieben aus, die vor ähnlichen Herausforderungen stehen. Auch neue Methoden werden erprobt: Ein Bewässerungsversuch soll zeigen, ob eine gezielte Wasserversorgung in besonders kritischen Phasen künftig ein geeignetes Mittel sein könnte, um den Wald in Extremsituationen zu unterstützen.
Autor:Heike Schwitalla aus Germersheim |
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