Zu spät für die Zuckerrüben: Warum der Regen die Ernte nicht mehr rettet

Für einen ertragreichen Zuckerrübenanbau ist es zu heiß und zu trocken. (Symbolbild) | Foto: Marijan Murat/dpa
  • Für einen ertragreichen Zuckerrübenanbau ist es zu heiß und zu trocken. (Symbolbild)
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Ochsenfurt. Die schwache Zuckerrübenernte kann für viele Betriebe in Süddeutschland schwere finanzielle Folgen haben und rückt auch die Entwicklung der Zuckerpreise in den Blick: Der Verband Süddeutscher Zuckerrübenanbauer in Ochsenfurt bewertet den Regen in den Tagen vor dem 20. August nicht als Entlastung, sondern als zusätzliches Problem.

Der lange ersehnte Niederschlag komme viel zu spät, teilte der Verband mit. Die Rüben würden den Regen nun vor allem für ihre eigene Regeneration nutzen. Bereits gebildeter Zucker fließe demnach in das Wachstum neuer Blätter. „Selbst ergiebige Niederschläge werden in den kommenden Wochen erwartete Ernteverluste nicht mehr ausgleichen können“, erklärte der Verband.

Historische Missernte in mehreren Regionen

Für Süddeutschland rechnet der Verband mit einer historischen Missernte. Für einige Anbauer könne es sogar zu einem Totalausfall kommen. Besonders stark betroffen seien das Rhein-Main-Gebiet, Baden-Württemberg und Franken. Dort würden manche Felder kaum noch Ertrag bringen.

Warum der späte Regen kaum hilft

Nach Einschätzung des Verbandes treffen mehrere Belastungen zusammen:

  • Trockenheit und Hitze haben die Pflanzen geschwächt.
  • Trockenstress verringert die Widerstandskraft gegen Erreger.
  • Krankheiten wie Stolbur können die Rüben gummiartig machen.
  • Weniger Zucker ist aus erkrankten Rüben extrahierbar.

Verbandschef Stefan Streng sagte, das laufende Jahr drohe als eines der schwierigsten und bittersten Rübenjahre in die Geschichte des süddeutschen Zuckerrübenanbaus einzugehen. Selbst steigende Zuckerpreise könnten die Verluste nicht mehr ausgleichen.

Knapp 10.000 Anbauer vertreten

Der Verband Süddeutscher Zuckerrübenanbauer ist nach eigenen Angaben die Dachorganisation von sieben regionalen Verbänden. Er spricht für knapp 10.000 Rübenanbauer, die auf rund 100.000 Hektar Zuckerrüben anbauen und sieben Fabriken beliefern. Das Gebiet umfasst Bayern, Baden-Württemberg, Hessen, das Saarland, Rheinland-Pfalz, Sachsen, Thüringen sowie Teile Nordrhein-Westfalens, Sachsen-Anhalts und Brandenburgs. dpa/red

Autor:

Cornelia Bauer aus Speyer

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