Windkraft in Baden-Württemberg: EnBW will niedrigere Ziele
- EnBW fordert Korrektur von Windkraft-Ausbauzielen auf See. (Archivbild)
- Foto: Kurt Desplenter/BELGA/dpa
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Karlsruhe. Für Stromkunden und die Energiewende könnte der Ausbau von Windparks auf See teurer werden: In Karlsruhe fordert EnBW-Chef Georg Stamatelopoulos deshalb eine Korrektur der deutschen Ausbauziele.
Der Vorstandschef des baden-württembergischen Energiekonzerns sagte der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“, die Bundesregierung müsse bei der Windkraft in Nord- und Ostsee die Bezahlbarkeit stärker im Blick behalten. Ein niedrigeres Ausbauziel sei aus seiner Sicht „eine sinnvolle Korrektur nach 20 Jahren, kein Bremsen“.
EnBW stellt bisherige Ausbauziele infrage
Derzeit gilt gesetzlich das Ziel, die Leistung der Offshore-Windkraft in Deutschland bis 2030 auf mindestens 30 Gigawatt auszubauen. Bis 2045 sollen 70 Gigawatt erreicht werden. Nach Angaben des Bundesamts für Seeschifffahrt und Hydrographie lag die installierte Gesamtleistung im April bei 10,2 Gigawatt.
Stamatelopoulos schlägt vor, zunächst 55 Gigawatt zu bauen. Erst danach solle über weitere Schritte entschieden werden. Zur Begründung verweist er auf deutlich gestiegene Kosten in der Branche.
Kosten für Turbinen, Logistik und Kabel steigen
Nach Angaben des EnBW-Chefs hat sich die Lage für die Offshore-Branche „dramatisch verschlechtert“. Windturbinen, Logistik und Kabel seien teurer geworden. Im Vergleich zu vor fünf Jahren liege der Kostenanstieg bei 30 bis 40 Prozent. Über einen Zeitraum von 15 Jahren seien es mehr als 50 Prozent.
Für Verbraucher bedeutet das vor allem: Höhere Investitionskosten können langfristig Einfluss auf die Kosten der Energiewende und damit auch auf die Strompreise haben. Eine direkte Änderung für Haushalte ist mit der Forderung von EnBW zunächst aber nicht verbunden.
Diese Offshore-Parks betreibt EnBW bereits
EnBW betreibt derzeit vier Windparks auf See:
- Baltic I
- Baltic II
- Hohe See
- Albatros
Im Spätsommer soll außerdem der Park He Dreiht mit rund 960 Megawatt hinzukommen. 55 der 64 Windräder sind bereits installiert. Rund 30 Anlagen sind schon in Betrieb.
Lob für Kurs der Bundesregierung mit Kritik an der Kommunikation
Grundsätzlich verteidigte Stamatelopoulos den Kurs von Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche. Die Bundesregierung gehe Themen an, die seit langer Zeit geregelt werden müssten. Zugleich sagte er, die Ministerin verkaufe ihre Politik „mitunter kommunikativ schlecht“. dpa/red
Autor:Cornelia Bauer aus Speyer |
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