Werk-Aus in Illertissen: R-Pharm streicht 280 Jobs
- Der Unternehmenssitz von R-Pharm Deutschland in Illertissen. (Archiv)
- Foto: Stefan Puchner//dpa
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Illertissen. In Illertissen fallen beim Arzneihersteller R-Pharm 280 Arbeitsplätze weg, weil die insolvente deutsche Tochter abgewickelt wird. Die monatelange Suche nach einem Investor blieb erfolglos, wie Insolvenzverwalter Markus Fröhlich mitteilte.
Nach seinen Angaben konnten die beiden zuletzt verbliebenen Übernahmeinteressenten keine gesicherte Finanzierung nachweisen. Damit wird der Betrieb eingestellt. Für die Beschäftigten, ihre Familien und die Region bedeutet die Entscheidung einen schweren Einschnitt.
Warum kein Investor gefunden wurde
Ein Käufer hätte nach Angaben des Insolvenzverwalters nicht nur den Kaufpreis aufbringen müssen. Zusätzlich wären erhebliche Mittel nötig gewesen, um den Betrieb wieder in Schwung zu bringen und neue Kunden zu gewinnen.
R-Pharm Germany hatte Mitte März Insolvenz beantragt. Als Hauptgrund nannte Fröhlich die Sanktionen der EU im Zuge des Ukraine-Kriegs und russische Gegenmaßnahmen. Das Unternehmen gehörte seit gut zehn Jahren zum russischen R-Pharm-Konzern.
So geht es für die Beschäftigten weiter
Fröhlich erklärte, die Entscheidung falle ihm „außerordentlich schwer“. Er wisse, was das Aus für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, ihre Familien und die gesamte Region bedeute. Kurzfristig wurde mit dem Betriebsrat ein Sozialplan ausgehandelt.
Für die bevorstehende Abwicklung sollen nur noch 50 bis 60 Beschäftigte befristet weiterarbeiten. Die übrigen Mitarbeiter verlieren ihre Arbeitsplätze.
Standort mit langer Geschichte
Der Standort in Illertissen hat eine lange industrielle Tradition. Die Produktion wurde im 19. Jahrhundert vom Ulmer Unternehmer Heinrich Mack eröffnet. Anfangs stellte die Fabrik Seife und Drogerieartikel her.
Bekannt wurde unter anderem „Kaiser Borax“, das lange als Hautpflegemittel, Badezusatz und für weitere kosmetische Zwecke genutzt wurde. Später übernahm zunächst der US-Pharmakonzern Pfizer den Standort, danach R-Pharm. Nun endet die Produktion in Illertissen endgültig. dpa/red
Autor:Cornelia Bauer aus Speyer |
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