Übernahmeangebot für Hugo Boss in Metzingen: Frasers bietet 38 Euro
- Hugo Boss-Aktie steigt nach Frasers-Offerte deutlich
- Foto: Bernd Weißbrod/dpa
- hochgeladen von Cornelia Bauer
Metzingen. Beim Modekonzern Hugo Boss aus Baden-Württemberg könnte ein Besitzerwechsel bevorstehen. Großaktionär Frasers Group will den Konzern komplett übernehmen und hat dafür ein öffentliches Angebot angekündigt.
Der britische Handelskonzern will im Rahmen eines freiwilligen Übernahmeangebots 38 Euro je Aktie zahlen. Das teilte das Unternehmen am Mittwochabend, 10. Juni, nach Börsenschluss mit. Das Angebot richtet sich an alle Aktionäre, deren Anteile Frasers noch nicht besitzt.
Die Frasers Group hält bereits rund 25 Prozent der Hugo Boss Aktien. Nach der Bekanntgabe reagierte der Markt sofort. Die Aktie des Modeunternehmens sprang im nachbörslichen Handel auf der Plattform Tradegate zeitweise um mehr als sechs Prozent und lag über dem angebotenen Preis von 38 Euro.
Streit zwischen Großaktionär und Aufsichtsrat
In den vergangenen Monaten hatte es Spannungen zwischen Frasers und der Unternehmensführung gegeben. Im Dezember entzog der Großaktionär dem Aufsichtsratschef Stephan Sturm öffentlich das Vertrauen.
Ein zentraler Streitpunkt war die Dividendenpolitik des Unternehmens. Frasers kritisierte die geplante Ausschüttung. Am Dienstag, 9. Juni, rückte der Investor jedoch von der harten Linie ab und erklärte wieder Unterstützung für Sturm und die aktuelle Dividendenstrategie.
Pflichtangebot ab 30 Prozent möglich
Bereits im Juli des vergangenen Jahres hatte Frasers in einer Stimmrechtsmitteilung offengelegt, auch über Finanzinstrumente Zugriff auf weitere Hugo Boss Aktien zu haben.
Überschreitet ein Investor die Schwelle von 30 Prozent der Anteile, muss nach deutschem Übernahmerecht ein Pflichtangebot an alle übrigen Aktionäre erfolgen. Mit dem nun angekündigten freiwilligen Angebot geht Frasers diesen Schritt bereits vorab. dpa/red
Autor:Cornelia Bauer aus Speyer |
|
| Cornelia Bauer auf Facebook | |