Übernahme bei Perlon in Bobingen: Chinesische Firma rettet 450 Jobs
- Die Perlon-Gruppe wird von einem chinesischen Unternehmen übernommen. (Symbolbild)
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Bobingen. Für Beschäftigte eines insolventen Chemieunternehmens gibt es neue Perspektiven. Die Perlon-Gruppe mit Standorten unter anderem in Bobingen bei Augsburg und im baden-württembergischen Munderkingen ist von einem chinesischen Unternehmen übernommen worden.
Käufer ist die Wuxi Yinda Nylon Company. Das teilte die mit der Sanierung beauftragte Ulmer Kanzlei SGP Schneider Geiwitz mit. Der Verkauf ist bereits abgeschlossen. Zum Kaufpreis wurden keine Angaben gemacht.
Von den rund 510 Arbeitsplätzen an den drei deutschen Standorten sollen etwa 450 erhalten bleiben. Neben Bobingen und Munderkingen gehört auch Waldmichelbach in Südhessen zur Gruppe.
Insolvenzverfahren seit Oktober
Die Perlon-Gruppe war im Jahr 2025 in finanzielle Schwierigkeiten geraten. Am Dienstag, 1. Oktober, eröffnete das Amtsgericht Augsburg ein Insolvenzverfahren in Eigenverwaltung.
Bislang gehörte das Unternehmen zur Serafin-Gruppe. Dabei handelt es sich um einen Finanzinvestor aus München, der der Augsburger Unternehmerfamilie Haindl zugerechnet wird. Die Eigentümer entschieden später, sich von der Perlon-Gruppe zu trennen.
Internationaler Investorenprozess
Nach Angaben der Sanierungsexperten setzte sich Wuxi Yinda in einem internationalen Investorenprozess durch. Das Unternehmen gilt als familiengeführter Chemiebetrieb. Öffentlich verfügbare Informationen über den Käufer sind bislang nur begrenzt.
Die Perlon-Gruppe produziert Kunststofffasern. Diese werden unter anderem in Papiermaschinen, Bürsten und in der Medizintechnik eingesetzt.
Chemiebranche unter Druck
Die deutsche Chemieindustrie steht seit längerem unter starkem wirtschaftlichem Druck. Unternehmen nennen vor allem hohe Energie- und Rohstoffkosten in Deutschland sowie eine schwache weltweite Nachfrage als Gründe. Gleichzeitig wächst der Wettbewerb durch Hersteller aus China.
Auch bei Perlon war die Nachfrage zuletzt zurückgegangen. Besonders der europäische Markt für Papiermaschinen entwickelte sich schwach. Hinzu kamen steigende Energie- und Lohnkosten sowie intensiver internationaler Wettbewerb. dpa/red
Autor:Cornelia Bauer aus Speyer |
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