Rückzug nach nur einem Jahr: Warum der Schwarz-Chef bei Bosch geht
- Personelle Veränderungen im Machtzentrum des Technologiekonzerns Bosch. (Archivbild)
- Foto: dpa
- hochgeladen von Cornelia Bauer
Wirtschaft. Gerd Chrzanowski, Chef der Schwarz-Gruppe mit Lidl und Kaufland, scheidet zum Montag, 31. März, aus der Robert Bosch Industrietreuhand KG aus. Das teilte Bosch am Donnerstag in Stuttgart mit. Der 54-Jährige war genau ein Jahr Mitglied des Gremiums.
Als Grund nannte der Konzern zunehmend überlappende Geschäftsaktivitäten von Bosch und der Schwarz-Gruppe. Beide Seiten hätten sich einvernehmlich auf den Schritt verständigt, um mögliche künftige Interessenkonflikte zu vermeiden.
Zum Dienstag, 1. April, rückt Alexander Birken nach. Er ist Aufsichtsratschef des Hamburger Onlinehändlers Otto und soll die Gesellschafterversammlung künftig verstärken.
Bosch-Aufsichtsratschef Stefan Asenkerschbaumer würdigte Chrzanowskis Arbeit. Dessen Expertise in der Digitalisierung und sein strategischer Weitblick seien eine Bereicherung gewesen.
Die Robert Bosch Industrietreuhand KG gilt als Machtzentrum des Konzerns. Sie hält die Mehrheit der Stimmrechte an dem weltgrößten Autozulieferer, der als Stiftungsunternehmen organisiert ist. Die gemeinnützige Stiftung ist Mehrheitseignerin, greift jedoch nicht in das operative Geschäft ein. Ziel der Struktur ist die langfristige Unabhängigkeit des Unternehmens. Auch Bosch-Chef Stefan Hartung gehört der Gesellschafterversammlung an.
Schwarz-Gruppe setzt auf Cloud und KI
Die Schwarz-Gruppe treibt parallel den Ausbau eigener IT- und Cloud-Angebote voran. Der Konzern will sich als europäische Alternative zu US-Anbietern wie Amazon Web Services und Microsoft Azure positionieren.
Dazu investiert die Gruppe Milliarden in neue Rechenzentren, unter anderem in Brandenburg. Rund um den Firmensitz in Neckarsulm entstehen zudem Bildungs- und Forschungseinrichtungen, darunter ein KI-Campus. Diese strategische Ausrichtung erhöht die Nähe zu klassischen Industriekonzernen wie Bosch und erklärt den vorsorglichen Schritt auf beiden Seiten. dpa/red
Autor:Cornelia Bauer aus Speyer |
|
| Cornelia Bauer auf Facebook | |