Petition für Plastikstrohhalm bei Capri-Sun: Chef kritisiert Aktion
- Capri-Sun kämpft seit zwei Jahren um eine Rückkehr zu Plastikstrohhalmen – Kunden hätten sich etwa über den Papiergeschmack beim Trinken beschwert, sagt das Unternehmen. (Symbolbild)
- Foto: Bernd Weißbrod/dpa
- hochgeladen von Cornelia Bauer
Eppelheim. Beim bekannten Kindergetränk Capri Sun bleibt der Streit um den richtigen Strohhalm bestehen. Nach einer gescheiterten Online Petition für die Rückkehr zu Plastikstrohhalmen hat sich Unternehmenschef Hans Peter Wild kritisch über die Aktion geäußert.
Die Petition sei „schlecht gemacht und falsch“, sagte der Präsident des Verwaltungsrates der Capri Sun Group Holding AG der „Rhein Neckar Zeitung“. An der grundsätzlichen Forderung hält der Unternehmer jedoch fest. Papierstrohhalme ergäben seiner Ansicht nach „absolut keinen Sinn“.
Seit 2021 nutzt Capri Sun Papierstrohhalme für die klassischen Trinkbeutel. Hintergrund ist ein EU Verbot für bestimmte Einweg Plastikprodukte. Das Unternehmen aus Baden Württemberg bemüht sich seit 2024 um eine Ausnahmegenehmigung, um wieder Kunststoffstrohhalme einsetzen zu dürfen.
Kritik von Verbrauchern an Papierstrohhalmen
Nach Angaben des Unternehmens melden sich immer wieder Kunden mit Beschwerden. Genannt werden vor allem praktische Probleme beim Trinken.
- Der Papierstrohhalm lasse sich schwerer in den Beutel stecken.
- Das Material werde beim Trinken schneller weich.
- Teilweise werde ein Papiergeschmack wahrgenommen.
Capri Sun hat den Papierstrohhalm nach eigenen Angaben bereits mehrfach überarbeitet. Trotzdem hält die Kritik an.
Unternehmen setzt auf recycelbares Kunststoffsystem
Wild argumentiert, dass der Trinkbeutel vollständig recycelbar sei. Nach Unternehmensangaben bleiben rund 90 Prozent der Papierstrohhalme nach dem Austrinken im Beutel. Ein Strohhalm aus dem gleichen Kunststoff wie die Verpackung könnte gemeinsam recycelt werden.
Geplant ist ein Material aus Polypropylen. Um dafür eine Ausnahme von der EU Regelung zu erreichen, startete Capri Sun eine Online Petition. Ziel waren eine Million Unterschriften. Am Ende beteiligten sich jedoch weniger als 170000 Menschen.
Umweltschützer widersprechen den Plänen
Umwelt und Verbraucherschützer kritisieren die Initiative deutlich. Viola Wohlgemuth von der Deutschen Umwelthilfe bezeichnete den Einsatz für Einweg Plastikstrohhalme zuletzt als aus Umweltsicht „nicht nachvollziehbar“. Die kleinen Trinkbeutel würden häufig unterwegs konsumiert und landeten entsprechend oft in der Umwelt.
Der Streit um Material, Recycling und Umweltschutz dürfte deshalb weitergehen. dpa/red
Autor:Cornelia Bauer aus Speyer |
|
| Cornelia Bauer auf Facebook | |