Neueröffnung in Alzey: Eli Lilly hält am Werksstart fest
- US-Pharmakonzern Eli Lilly hält an seiner Kritik an den Sparplänen der Bundesregierung im Gesundheitswesen fest. (Archivbild)
- Foto: Sascha Lotz/dpa
- hochgeladen von Cornelia Bauer
Alzey. Der US-Pharmakonzern Eli Lilly will seine neue Produktionsstätte in Alzey weiter wie geplant Ende nächsten Jahres eröffnen.
Das Unternehmen bekräftigte, dass der Standort trotz der bereits angekündigten Kürzung der Investitionen Teil des globalen Lilly-Netzwerks werden soll. Nach Angaben eines Sprechers bezieht sich die Reduktion vor allem auf den Ausbau der Fertigungsbereiche und auf die Produktionskapazitäten.
Bislang hatte Eli Lilly für das Werk für injizierbare Medikamente in Rheinhessen Investitionen von 2,5 Milliarden US-Dollar angekündigt. Wegen der Sparpläne der Bundesregierung im Gesundheitswesen will der Konzern den noch ausstehenden Projektumfang nun um 50 Prozent gegenüber der ursprünglichen Planung reduzieren.
Wie stark Alzey beim Ausbau betroffen ist
Welche Folgen die Kürzung im Detail für den Standort hat, ist noch offen. Auch wie viele Arbeitsplätze am Ende tatsächlich entstehen, wird nach Unternehmensangaben noch geprüft. Ursprünglich war vorgesehen, in Alzey bis zu 1.000 Fachkräfte einzustellen.
Lilly betont zugleich, der Standort werde ein hochmoderner, verlässlicher und leistungsfähiger Teil des weltweiten Produktionsnetzwerks. Die in Alzey hergestellten Medikamente seien für Patienten auf der ganzen Welt bestimmt.
Kritik an den Gesundheitsplänen aus Berlin
Der Konzern kritisierte erneut den Kurs der Bundesregierung. Das GKV-Beitragssatzstabilisierungsgesetz sei aus Sicht des Unternehmens kein Reformgesetz, sondern vor allem ein Spargesetz. Lilly verweist dabei auf mehrere Belastungen für die Branche.
- eine deutliche Erhöhung des Herstellerabgaberabatts
- eine verschärfte Preis-Mengen-Regelung
- Rabatte auf patentgeschützte Arzneimittel
- ein erhöhter Impfstoffabschlag
Nach Darstellung des Unternehmens greift besonders der Herstellerzwangsrabatt von 15,5 Prozent direkt in das Kerngeschäft der Arzneimittelindustrie ein. Lilly fordert deshalb verlässliche Rahmenbedingungen für Investitionen in Deutschland. Solange es dabei aus Sicht des Konzerns keine positive Entwicklung gibt, soll es bei der angekündigten Verringerung des Investments in Alzey bleiben. dpa/red
Autor:Cornelia Bauer aus Speyer |
|
| Cornelia Bauer auf Facebook | |