Kampf um Hugo Boss: Konzern hält Frasers-Angebot für zu niedrig

Hugo Boss empfiehlt seinen Aktionären, ihre Aktien zu behalten. (Archivbild)  | Foto: Marijan Murat/dpa
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Metzingen. Für Aktionäre von Hugo Boss ist die zentrale Nachricht klar: Vorstand und Aufsichtsrat empfehlen, das Übernahmeangebot der Frasers Group nicht anzunehmen. Der Modekonzern aus Metzingen hält den gebotenen Preis von 38 Euro je Aktie für zu niedrig.

Nach Angaben des Unternehmens spiegelt der Angebotspreis den eigenständigen Wert und das künftige Wertschöpfungspotenzial von Hugo Boss nicht angemessen wider. Diese Einschätzung werde auch durch externe Stellungnahmen der Bank of America und von Goldman Sachs gestützt.

Frasers will Einfluss bei Hugo Boss ausbauen

Die Frasers Group aus London versucht seit Mitte Juni mit einem freiwilligen öffentlichen Übernahmeangebot, ihren Einfluss bei Hugo Boss zu vergrößern. Geboten werden 38 Euro je Anteilsschein. Vor zwei Wochen hatte Frasers mitgeteilt, das Angebot nicht zu erhöhen.

Hinter der Frasers Group steht der Unternehmer Mike Ashley. Die Gruppe hält nach früheren Angaben bereits gut 26 Prozent an Hugo Boss. Mit dem freiwilligen Angebot will Frasers nach eigener Darstellung das bestehende Investment festigen.

Warum das Angebot für Anleger wichtig ist

Für Anleger ist vor allem entscheidend, dass Hugo Boss den angebotenen Preis als nicht angemessen bewertet. Im Hintergrund spielt auch die Schwelle von 30 Prozent eine wichtige Rolle.

  • Ab 30 Prozent der Anteile wäre grundsätzlich ein Pflichtangebot an die übrigen Aktionäre fällig
  • Frasers entschied sich stattdessen für ein freiwilliges öffentliches Angebot
  • Hugo Boss erklärte, über den Vorstoß Mitte Juni zuvor nicht informiert gewesen zu sein

Das Management um Konzernchef Daniel Grieder hatte sich nach dem Vorstoß zunächst zurückhaltend geäußert. Nun liegt die offizielle Empfehlung von Vorstand und Aufsichtsrat vor.

Schwieriges Marktumfeld bei Hugo Boss

Der Konzern kämpft derzeit mit einer schwachen Kauflaune der Kundinnen und Kunden. Für das laufende Jahr erwartet das Management einen währungsbereinigten Umsatzrückgang im mittleren bis hohen einstelligen Prozentbereich. Beim Ergebnis vor Zinsen und Steuern rechnet Hugo Boss mit 300 Millionen bis 350 Millionen Euro.

Weltweit beschäftigt Hugo Boss rund 20.000 Menschen, davon mehr als 4.400 in Deutschland. Im Jahr 2025 erzielte das Unternehmen rund 4,3 Milliarden Euro Umsatz und ein operatives Ergebnis von 391 Millionen Euro. dpa/red

Autor:

Cornelia Bauer aus Speyer

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