Insolvenz bei Brauerei Ott: Bad Schussenried hofft auf Investor
- Brauerei Ott kämpft ums Überleben. (Symbolbild)
- Foto: Marius Becker/dpa
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Bad Schussenried. Die traditionsreiche Brauerei Ott bleibt trotz Insolvenzantrag zunächst in Betrieb. Für Kunden und Gastronomie in der Region bedeutet das: Bier und alkoholfreie Getränke aus dem Familienunternehmen werden vorerst weiter produziert.
Der vorläufige Insolvenzverwalter Matthäus Rösch sieht Chancen für eine Stabilisierung. Durch das sogenannte Insolvenzausfallgeld sind die Gehälter der rund 40 Beschäftigten für Juni, Juli und August gesichert. Parallel soll ein Investor für die Brauerei mit Sitz in Bad Schussenried im Kreis Ravensburg gefunden werden.
Das Unternehmen hatte beim zuständigen Amtsgericht Insolvenzantrag gestellt. Zu den genauen Ursachen konnte Rösch zunächst noch keine Angaben machen. Nach deutschem Insolvenzrecht kommen grundsätzlich drei Gründe infrage.
- Zahlungsunfähigkeit
- Drohende Zahlungsunfähigkeit
- Überschuldung
Familienbrauerei mit langer Geschichte
Die Brauerei befindet sich seit rund 120 Jahren im Besitz der Familie Ott. Das Unternehmen wird inzwischen in vierter Generation geführt. Die Wurzeln reichen jedoch deutlich weiter zurück.
Pro Jahr werden etwa sechs Millionen Liter Bier sowie rund drei Millionen Liter alkoholfreie Getränke produziert. Beliefert werden unter anderem Oberschwaben, der Bodenseeraum, das Allgäu, die Schwäbische Alb sowie Ulm und der Großraum Stuttgart.
Brauereien unter Druck
Die Insolvenz passt in einen bundesweiten Trend. Der Bierabsatz in Deutschland ist im Jahr 2025 auf ein Rekordtief gesunken. Gegenüber dem Vorjahr lag das Minus bei sechs Prozent.
Gleichzeitig nimmt die Zahl der Brauereien ab. Viele Betriebe gaben seit dem Vor Corona Jahr 2019 auf. Als Gründe gelten vor allem sinkender Bierkonsum, steigende Energie und Rohstoffkosten sowie eine spürbare Kaufzurückhaltung.
Auch in Baden Württemberg gerieten zuletzt Brauereien in Schwierigkeiten. Die Mannheimer Privatbrauerei Eichbaum meldete im Herbst Insolvenz an. Im März wurde zwar ein Investor gefunden. Gleichzeitig kam es jedoch zu deutlichem Stellenabbau. dpa/red
Autor:Cornelia Bauer aus Speyer |
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