Gründungshilfe in Rheinland-Pfalz: Mehr Unterstützung für Forscher
- Es geht darum, dass Innovationen an rheinland-pfälzischen Hochschulen, wie der Mainzer Johannes Gutenberg-Universität, auch entdeckt werden. (Archivfoto)
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Rheinland-Pfalz. Wissenschaftler an den Hochschulen im Land sollen künftig leichter Unternehmen gründen können. Rheinland-Pfalz will dafür Forschung und Geschäftsideen enger zusammenbringen.
Wissenschaftsminister Clemens Hoch und Wirtschaftsminister Michael Ebling wollen das Vorhaben gemeinsam voranbringen. Ziel ist es, Forscherinnen und Forschern systematischer Partner zur Seite zu stellen, damit aus Forschung schneller marktfähige Ideen entstehen.
Das Projekt findet sich auch im Koalitionsvertrag von CDU und SPD. Als Vorbild gilt das Forschungsinstitut Tron, das als Ausgründung der Johannes Gutenberg-Universität Mainz entstand. Geplant sind unter anderem Gründungsbüros und Scouting-Hubs, um Innovationen an Universitäten und Hochschulen früher zu erkennen und beim Transfer in die Wirtschaft zu unterstützen.
Experten für Gründung und Kapital gesucht
Nach den Worten von Hoch geht es nicht darum, an jeder Universität einfach neue Stellen zu schaffen. Gefragt seien vielmehr Menschen mit Erfahrung bei Gründungen und Wagniskapital. Das größte Potenzial sieht der Minister in den Bereichen Biotechnologie und Künstliche Intelligenz.
Wirtschaftsminister Ebling betonte, gute Forschung solle Wirkung entfalten. Sein Haus unterstütze mit EU-Mitteln Universitäten, Hochschulen und Forschungseinrichtungen dabei, wissenschaftliche Erkenntnisse in Innovationen zu überführen. So sollen neue Produkte, Unternehmen und Geschäftsmodelle entstehen.
Vom Labor in den Markt ist der Schritt oft schwierig
Der Mainzer Professor Bernhard Hauer, der lange in Forschung und Prozessentwicklung bei BASF gearbeitet hat, sieht gerade für Start-ups eine kritische Phase beim Übergang vom Labor in die Produktion. Dieser Schritt werde häufig unterschätzt.
Nach Hauers Einschätzung fehlt es oft nicht nur an Geld, sondern auch an Marktkenntnis, Kontakten und Vorbildern. Vielen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern sei die Möglichkeit der Selbstständigkeit zunächst gar nicht bewusst.
Wichtig seien nach seinen Worten mehrere Punkte:
- ein realistischer Blick auf Marktchancen
- Kontakte zu wichtigen Akteuren
- frühe Planung von Rohstoffen und Produktion
- Kenntnis von Regularien, Zulassungen und Dokumentationspflichten
Das Land will mit dem Ausbau der Gründungsförderung erreichen, dass gute Forschungsergebnisse nicht liegenbleiben, sondern häufiger in Unternehmen und Arbeitsplätze in Rheinland-Pfalz münden. dpa/red
Autor:Cornelia Bauer aus Speyer |
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