Endspurt im Weinbau Baden-Württemberg: Winzer hoffen auf Regen
- Weinbau im Südwesten: Heiße Phase. (Archivbild)
- Foto: Marijan Murat/dpa
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Weinsberg. Für Weinfreunde und viele Betriebe in Baden-Württemberg werden die kommenden Wochen vor der Lese entscheidend: Winzerinnen und Winzer hoffen nach einer langen Trockenphase auf Regen, weil die Wasserverfügbarkeit jetzt über Reife, Ertrag und teils auch über mögliche Schäden mitentscheidet.
Nach Angaben des Weinbauverbands Württemberg in Weinsberg bei Heilbronn wurden teilweise erhebliche Trockenschäden festgestellt, vor allem bei jungen Rebanlagen. In den nächsten vier Wochen sei noch vieles möglich. Das Spektrum reiche von einem Vollertrag bis zu deutlichen Ernteeinbußen. Der Verband blickt dennoch grundsätzlich optimistisch auf die anstehende Lese.
Moderate Niederschläge können jetzt entscheidend sein
Auch der Badische Weinbauverband aus Freiburg bewertet die Lage vor dem Endspurt vorsichtig optimistisch. Für die letzten Wochen vor der Weinlese könnten moderate Niederschläge wichtig sein. Eine abschließende Bewertung des Jahrgangs sei aber noch nicht möglich, weil kurz vor der Lese auch Hagel oder Starkregen großen Einfluss haben können.
Die Folgen von Hitze und Trockenheit fallen den Verbänden zufolge je nach Standort sehr unterschiedlich aus. Entscheidend sind unter anderem die Bodenart, das Wasserspeichervermögen, das Alter der Reben und die Verteilung der Niederschläge in den vergangenen Monaten. Ältere Reben mit tiefen Wurzeln kommen mit trockenen Phasen oft besser zurecht.
Junge Reben leiden stärker unter Trockenstress
Vor allem auf leichten Böden und bei jungen Anlagen kann anhaltende Trockenheit zu Stress führen. In Baden wurden solche Flächen in den vergangenen Wochen teils bewässert. Das entlastet die Pflanzen, verursacht aber zusätzliche Kosten. Auf besonders trockenen Lagen bleiben die Beeren oft kleiner. Dadurch sind geringere Mostmengen und damit auch Ernteeinbußen möglich. Bei sehr hohen Temperaturen drohen zudem Sonnenbrandschäden.
Trockenheit hat auch positive Folgen für die Trauben
Die warme und trockene Witterung hat nach Angaben des Badischen Weinbauverbands nicht nur Nachteile. Pilzerkrankungen seien in vielen Beständen gering, viele Trauben deshalb gesund. Kleinere Beeren könnten zudem ein günstiges Verhältnis von Schale zu Saft haben und so zu einer höheren Konzentration von Aromen und Inhaltsstoffen beitragen. dpa/red
Autor:Cornelia Bauer aus Speyer |
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