Corona-Gewinner Biontech: Jetzt stehen bis zu 1860 Jobs auf der Kippe
- Biontech konzentriert sich wieder auf die Onkologie. (Archivbild)
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Mainz. Beim Impfstoffhersteller Biontech wächst die Sorge um Arbeitsplätze. Nach Gewerkschaftsangaben stehen durch geplante Standortschließungen weltweit bis zu 1860 Stellen auf dem Spiel. Besonders betroffen sind auch Standorte in Deutschland.
Die Industriegewerkschaft Bergbau Chemie Energie wirft dem Management vor, bei möglichen Verkäufen von Produktionsstätten nicht transparent zu informieren. Gewerkschaftssekretär Christian Trapp sagte der Deutschen Presse Agentur, es gebe für Beschäftigte kaum Informationen. Dadurch wachse die Verunsicherung in den Belegschaften.
Nach Angaben der Gewerkschaft sollen mögliche Verkäufe der Werke in Idar Oberstein, Marburg und Singapur sowie weiterer Standorte des übernommenen Konkurrenten Curevac bereits bis Oktober abgeschlossen sein. Dieser enge Zeitplan erschwere die Suche nach Investoren.
Bis zu 1860 Arbeitsplätze betroffen
Biontech hatte angekündigt, mehrere Produktionsstandorte wegen zu geringer Auslastung und Überkapazitäten zu schließen. Auch Kosteneinsparungen spielen eine Rolle. Besonders stark betroffen ist Curevac. Dort könnten rund 820 Stellen wegfallen. Ein Großteil davon am Hauptsitz in Tübingen.
Die Gewerkschaft bezweifelt, dass der Konzern ernsthaft versuche, die Werke zu verkaufen und Arbeitsplätze zu sichern. Zwar gebe es Signale über Gespräche mit möglichen Interessenten. Ohne Einblick in die Verhandlungen bleibe jedoch unklar, wie konkret diese Gespräche seien.
Vorwürfe gegen das Management
Die IG BCE kritisiert außerdem die strategische Ausrichtung des Unternehmens. Biontech habe lange den Anspruch vermittelt, mit seiner Forschung die Medizin zu verändern. In einer Betriebsversammlung in Mainz sei jedoch deutlich geworden, dass inzwischen vor allem wirtschaftliche Ziele im Vordergrund stünden.
Biontech war 2008 von Ugur Sahin und Özlem Türeci gegründet worden. Das Unternehmen wurde während der Corona Pandemie weltweit bekannt. Gemeinsam mit dem US Konzern Pfizer entwickelte Biontech den ersten zugelassenen Impfstoff gegen Covid 19.
Fokus künftig wieder auf Krebsforschung
Das Unternehmen beschäftigt weltweit rund 7200 Menschen. Etwa 4000 davon arbeiten in Mainz. Unternehmenschef Ugur Sahin hatte bei der virtuellen Hauptversammlung am Mittwoch, 21. Mai, zugesagt, für betroffene Beschäftigte sozialverträgliche Lösungen zu suchen.
Strategisch will sich der Konzern künftig wieder stärker auf Forschung und Entwicklung in der Onkologie konzentrieren. Die Produktion des Covid 19 Impfstoffs soll künftig vollständig von Pfizer Standorten in Europa und Amerika übernommen werden. dpa/red
Autor:Cornelia Bauer aus Speyer |
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