Boehringer Ingelheim warnt: Kassenreform gefährdet Investitionen in Deutschlan
- «Wir fühlen uns nicht als Gewinner», sagt der Deutschlandchef von Boehringer Ingelheim, Médard Schoenmaeckers. (Archivfoto)
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Mainz. Für Patienten und den Pharmastandort Deutschland könnte die geplante Kassenreform Folgen bei Innovationen und Investitionen haben. In Mainz hat der Deutschlandchef von Boehringer Ingelheim kurz vor den geplanten Abstimmungen in Bundestag und Bundesrat vor einer De-Priorisierung der Industrie gewarnt.
Médard Schoenmaeckers sagte der Deutschen Presse-Agentur, der Grundton des Gesetzes bleibe aus Sicht des Unternehmens problematisch. Innovationen der Pharmabranche würden weiter nicht ausreichend anerkannt. Boehringer fühle sich nicht als Gewinner der zuletzt geänderten Pläne.
Herstellerabschlag bleibt zentraler Streitpunkt
Positiv bewertet das Unternehmen, dass ein dynamisch anpassbarer Preisabschlag auf Medikamente nun nicht kommen soll. Nach Darstellung von Schoenmaeckers steht die Branche stattdessen aber vor einem mehr als doppelt so hohen konstanten Herstellerabschlag.
Kritisch sieht Boehringer auch, dass eine Befreiungsklausel für forschende Unternehmen in Deutschland nicht in das Gesetz aufgenommen wurde. Sollte zusätzlich noch eine Preis-Mengen-Regelung kommen, also eine Art Umsatzdeckel für besonders erfolgreiche Medikamente, sei das aus Sicht des Managers ein falsches Signal.
900 Millionen Euro Investitionen bereits gestoppt
Für den Standort Deutschland ist die Debatte auch wegen möglicher Investitionen relevant. Boehringer Ingelheim hatte im Juni geplante Investitionen von 900 Millionen Euro in Deutschland gestoppt. Als Gründe nannte das Unternehmen schwierige Rahmenbedingungen, Sparvorgaben der Bundesregierung und Druck aus den USA.
Nach Einschätzung des Deutschlandchefs würden neue Investitionen aus der Branche mit dem geplanten Gesetz unwahrscheinlicher. Statt zusätzlicher Belastungen brauche es Strukturreformen im Gesundheitssystem und weniger Ineffizienz.
Unternehmen verweist auf Nutzen von Innovationen
Als Beispiel nannte Schoenmaeckers das Medikament Jardiance. Es wird unter anderem bei Diabetes, Herzinsuffizienz und chronischen Nierenerkrankungen eingesetzt. Nach Angaben des Unternehmens kann das Präparat Krankenkassen langfristig Kosten sparen, etwa durch weniger teure Dialyse-Behandlungen, und zugleich die Lebensqualität von Patienten verbessern. dpa/red
Autor:Cornelia Bauer aus Speyer |
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