Biontech vor radikalem Umbau – Fokus künftig wieder auf Krebsforschung
- Biontech konzentriert sich auf die Forschung und Entwicklung von Medikamenten gegen Krebs. (Archivbild)
- Foto: Arne Dedert/dpa
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Mainz. Beim Impfstoffhersteller Biontech stehen umfassende Einschnitte an. Bis zu 1860 Arbeitsplätze könnten wegfallen. Hintergrund ist eine Neuausrichtung des Unternehmens nach dem Ende der Corona Pandemie.
Unternehmensgründer Ugur Sahin sagte bei der virtuellen Hauptversammlung, dass den betroffenen Beschäftigten Unterstützung zugesagt werde. „Uns ist sehr bewusst, wie tiefgreifend solche Entscheidungen für unsere Mitarbeitenden und ihre Familien sind.“ Für alle Betroffenen würden sozialverträgliche Lösungen gesucht.
Mehrere Standorte von Schließung betroffen
Das Management hatte wenige Tage zuvor angekündigt, mehrere Produktionsstandorte zu schließen. Grund sind Überkapazitäten und eine zu geringe Auslastung.
Betroffen sind unter anderem folgende Werke
- Idar Oberstein
- Marburg
- Singapur
- Standorte des übernommenen Unternehmens Curevac
Allein bei Curevac könnten rund 820 Stellen wegfallen. Der Großteil betrifft den Hauptsitz im baden württembergischen Tübingen. Der Betriebsrat hatte zuletzt kritisiert, dass die Unternehmensführung bei der Suche nach Investoren für bedrohte Standorte zu wenig kooperiere.
Sahin erklärte, Biontech stehe im Austausch mit Politik, Wissenschaft und regionalen Partnern. Ziel sei es, tragfähige Perspektiven für einzelne Standorte zu prüfen.
Strategie wieder stärker auf Krebsforschung
Die Veränderungen sind Teil einer strategischen Neuausrichtung. Nach dem Boom während der Corona Pandemie richtet Biontech den Fokus wieder stärker auf die Onkologie.
„Dort liegen unsere wissenschaftlichen Wurzeln und unsere größte Stärke“, sagte Sahin. Ein pandemischer Impfstoff habe enorme Bedeutung gehabt. Ein dauerhaft gleich hoher Bedarf sei jedoch nicht zu erwarten.
Nach Unternehmensangaben laufen inzwischen mehrere zulassungsnahe Studien zu neuen Krebsmedikamenten und Kombinationstherapien. Ziel ist es, bis 2030 mehrere Produkte gegen unterschiedliche Krebsarten zur Marktreife zu bringen.
Sahin hatte Biontech 2008 gemeinsam mit seiner Ehefrau Özlem Türeci gegründet. Beide wollen das Unternehmen spätestens Ende des Jahres verlassen. dpa/red
Autor:Cornelia Bauer aus Speyer |
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