Bahnnetz im Check: Bahnhöfe besser, Stellwerke bleiben Sorgenkind
- Der neue Zustandsbericht der DB InfraGO zeigt ein stabiles Schienennetz. Trotz Milliardeninvestitionen bleibt der Erneuerungsbedarf bei Gleisen, Weichen und Stellwerken hoch.
- Foto: Deutsche Bahn AG / Oliver Lang
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Deutschland. Für Reisende und Pendler bringt der neue Zustandsbericht der DB InfraGO eine vorsichtige Entlastung. Der Zustand des deutschen Schienennetzes hat sich stabilisiert und den langjährigen Abwärtstrend zumindest gestoppt.
Nach Angaben der Deutschen Bahn erreicht das gesamte Netz im Mittel die Note 3,00 und bleibt damit auf dem Niveau des Vorjahres. Bewertet wurden mehr als 380.000 Anlagen im gesamten Bundesgebiet nach Schulnotenlogik. Dazu zählen Gleise, Weichen, Brücken, Stellwerke, Bahnübergänge und die Infrastruktur der Bahnhöfe.
Bahnhöfe mit leichter Verbesserung
Besonders die Bahnhöfe zeigen eine positive Entwicklung. Ihre Durchschnittsnote verbesserte sich von 3,03 auf 2,96. Ausschlaggebend waren 124 Bahnhöfe, die im vergangenen Jahr umfassend modernisiert wurden. Dazu gehörten unter anderem neue Aufzüge, Rolltreppen sowie erneuerte Informations und Telekommunikationsanlagen.
Wo das Netz stärker unter Druck steht
Trotz hoher Investitionen bleibt der Sanierungsbedarf groß. 16,1 Prozent aller Anlagen gelten als erneuerungsbedürftig mit der Note 4 oder schlechter. Im Vorjahr lag dieser Anteil noch etwas höher.
- Brücken und Durchlässe verbesserten sich auf die Note 2,59.
- Gleise und Weichen verschlechterten sich leicht auf 3,02.
- Stellwerke bleiben mit der Note 4,02 das schwächste Gewerk.
- Rund jede zweite Stellwerksanlage muss erneuert werden.
Milliarden für Instandhaltung und Erneuerung
2025 investierte die DB InfraGO rund 19,9 Milliarden Euro in Instandhaltung und Ersatzmaßnahmen. Erneuert wurden etwa 1.900 Kilometer Gleise, ebenso viele Weichen sowie 103 Brücken. An mehr als 950 Bahnhöfen fanden Bauarbeiten statt. Eine zusätzliche Milliarde Euro vom Bund floss in besonders komplexe Brückenprojekte und moderne Leit und Sicherungstechnik.
DB Vorstandsvorsitzende Evelyn Palla betont, dass zwar die Talsohle der Alterung erreicht sei, die Trendwende jedoch noch nicht vollzogen sei. Viele Anlagen befänden sich weiterhin in schlechtem Zustand. Entscheidend bleibe eine verlässliche Finanzierung durch die öffentliche Hand.
Regionale Unterschiede im Überblick
Beim Zustand des Fahrwegs schneiden ostdeutsche Bundesländer weiterhin besser ab. Thüringen und Brandenburg liegen deutlich vor dem Bundesdurchschnitt. Hessen folgt mit einer Note von 2,95. Nordrhein Westfalen bildet erneut das Schlusslicht mit der Note 3,26.
Der InfraGO Zustandsbericht gilt als zentrale Steuerungsgrundlage für die Modernisierung des Netzes. Er wird seit 2021 nach einer einheitlichen und transparenten Methodik erstellt und bildet die Basis für weitere Investitionsentscheidungen.
Autor:Cornelia Bauer aus Speyer |
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