Arbeitsmarkt im Südwesten schwächelt: 297.819 Menschen ohne Job

Etwas weniger Arbeitslose im Mai. (Foto-Archiv) | Foto: Bernd Weißbrod/dpa
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Stuttgart. Der Arbeitsmarkt im Südwesten zeigt nur eine schwache Frühjahrsbelebung. Im Mai sank die Zahl der Arbeitslosen zwar leicht. Dennoch bleibt die Lage angespannt und liegt über dem Niveau des Vorjahres.

Nach Angaben der Regionaldirektion der Bundesagentur für Arbeit waren zuletzt 297819 Menschen ohne Beschäftigung. Das sind rund zwei Prozent weniger als im Vormonat. Die Arbeitslosenquote sank leicht um 0,1 Punkte auf 4,7 Prozent.

Im Vergleich zum Vorjahr zeigt sich jedoch ein anderes Bild. Im Mai des Vorjahres waren 289624 Menschen arbeitslos gemeldet. Aktuell sind es damit rund 2,8 Prozent mehr. Grundlage der Statistik sind Daten, die bis Montag, 12. Mai, vorlagen.

Mehr Druck durch Konjunktur und Strukturwandel

Die Chefin der Regionaldirektion, Martina Musati, sieht mehrere Ursachen für die Entwicklung. „Konjunktur, Strukturwandel und Geopolitik – alle drei belasten den Arbeitsmarkt.“ Die Zahl der Menschen, die ihren Job verlieren und sich arbeitslos melden, liege weiterhin über den Werten der Vorjahre.

Die übliche Frühjahrsbelebung sei zwar etwas stärker als zuletzt ausgefallen. Dennoch reiche sie nicht aus, um dem Arbeitsmarkt spürbare Impulse zu geben.

Auch Baden Württembergs Arbeitsminister Oliver Hildenbrand erklärte, der Arbeitsmarkt sei derzeit weniger aufnahmefähig als noch vor zwei Jahren. Unternehmen agierten vorsichtiger. Offene Stellen würden langsamer oder teilweise gar nicht mehr nachbesetzt.

Mehr als 25.000 junge Menschen ohne Job

Bei jungen Menschen gab es im Mai eine leichte Entspannung. Mehr als 25000 Menschen unter 25 Jahren waren arbeitslos gemeldet. Das sind gut vier Prozent weniger als im Monat zuvor.

Viele junge Menschen hätten ihre Arbeitslosigkeit durch den Beginn einer Ausbildung oder durch eine neue Stelle beendet. Dennoch liegt die Jugendarbeitslosigkeit weiterhin deutlich über dem Niveau des Vorjahres.

Der Deutsche Gewerkschaftsbund warnte davor, sich an negative Meldungen zum Arbeitsmarkt zu gewöhnen. Landeschef Kai Burmeister forderte, die Sicherung von Arbeitsplätzen müsse für Politik und Unternehmen oberste Priorität haben. dpa/red

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Cornelia Bauer aus Speyer

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