Ziel "Top Ten" beim TVB Stuttgart: Trainer Misha Kaufmann denkt größer
- Misha Kaufmann geht in seine zweite Saison mit dem TVB Stuttgart. (Archivbild)
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Stuttgart. Für Handballfans im Südwesten startet der TVB Stuttgart mit deutlich höheren Erwartungen in die neue Bundesliga-Saison. Trainer Misha Kaufmann will mit dem bisherigen Außenseiter nicht nur stabil in der Liga bleiben, sondern den Club Schritt für Schritt „an die Spitze entwickeln“.
Der Schweizer hatte seinen Vertrag am 12. August vorzeitig bis zum Ende des Jahrzehnts verlängert. Dahinter steht nach seinen Worten eine „gemeinsame Vision“. Der TVB schloss die vergangene Saison als Tabellenzwölfter ab. In der Spielzeit davor hatten die Schwaben den Abstieg nur knapp vermieden.
Saisonstart am Freitag gegen Bergischen HC
Sportlich wird es für Stuttgart schnell konkret. Am Freitag, 28. August, um 19 Uhr beginnt für den TVB die neue Saison in der Handball-Bundesliga mit dem Spiel gegen den Bergischen HC. Kurzfristig peilt der Club einen Platz unter den besten Zehn an. In den vergangenen Jahren war selbst dieses Ziel für Stuttgart kaum erreichbar.
Die Favoritenrolle in der Liga liegt klar beim Meister SC Magdeburg. Kaufmann formuliert die Stuttgarter Perspektive dennoch bewusst größer. Für viele sei es unvorstellbar, „dass Stuttgart jemals um Titel spielen kann“. Für ihn gelte das nicht. „Man sagt immer, es bleibt so lange unmöglich, bis einer kommt und es tut“, sagte der 42-Jährige.
Häfner lobt Kaufmann als Motor des TVB
Routinier Kai Häfner sieht die Entwicklung unter Kaufmann positiv. Die Arbeit mit dem Trainer mache Spaß, sagte der Olympia-Zweite von Paris. Kaufmann bringe viele neue Dinge ein und habe Ideen. Das sei „wirklich inspirierend und ansteckend“.
Besonders die Energie des Trainers beeindruckt Häfner. „Er ist unser Motor“, sagte der 37-Jährige. Kaufmann habe den ganzen Verein und die Mannschaft sehr gut vorangetrieben.
Taktik mit vier Rückraumspielern sorgt für Aufmerksamkeit
Auch taktisch hat Kaufmann dem TVB ein eigenes Profil gegeben. Mit seiner Variante, auf vier statt drei Rückraumspieler zu setzen, sorgte er in der Liga für Gesprächsstoff. Inzwischen nutzen auch andere Clubs diese Idee gelegentlich als Option.
Häfner räumte ein, dass diese Spielweise eine Umstellung gewesen sei. Kaufmann selbst will daraus keinen großen Anspruch ableiten. Er wolle „kein Erfinder sein“, sagte er. Entscheidend sei für ihn der Erfolg. Wenn eine Lösung nicht mehr funktioniere, werde er sie ändern.
Für Stuttgart bleibt damit eine klare Spannung vor dem Saisonstart. Platz zwölf wäre für viele Beobachter bereits ein solides Ergebnis. Kaufmann denkt weiter. Auch Handball-Ikone Stefan Kretzschmar traut dem TVB mehr zu und tippte in der „Bild“-Zeitung auf Platz sieben. dpa/red
Autor:Ralf Vester aus Kaiserslautern |