TuS Koblenz erinnert zum 100. Geburtstag an Rudi Gutendorf
- Die TuS Koblenz erinnert an Rudi Gutendorf und seine Verbindung zum Verein.
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Koblenz. Die TuS Koblenz erinnert an Rudi Gutendorf. Anlass ist der 100. Geburtstag des früheren Spielers und später international tätigen Trainers am 30. August. Der Verein blickt in einer ausführlichen Würdigung auf Gutendorfs sportliche Anfänge in Koblenz, seine Zeit bei der damaligen TuS Neuendorf und sein späteres Wirken über den Fußball hinaus zurück.
Gutendorf wurde am 30. August 1926 in Koblenz geboren und wuchs im Stadtteil Lützel auf. Nach Angaben des Vereins spielte er zunächst beim VfB Lützel, bevor er 1939 in die Jugend der TuS Neuendorf wechselte. Der Zweite Weltkrieg prägte diese Jahre stark. 1942 rückte Gutendorf in die erste Mannschaft auf, die damals von Nationalspieler Jupp Gauchel geprägt war.
Oberliga-Zeit und deutsche Meisterschaft
Nach dem Krieg knüpfte die Mannschaft sportlich an frühere Jahre an. 1948 qualifizierte sich die inzwischen als SpVgg Neuendorf antretende Elf für die Endrunde um die deutsche Meisterschaft. Im Viertelfinale gelang gegen den Hamburger SV ein 2:1-Sieg im Dortmunder Stadion Rote Erde. Im Halbfinale in Wuppertal folgte vor rund 50.000 Zuschauern eine deutliche Niederlage gegen den 1. FC Kaiserslautern.
Bis 1953 kam Gutendorf laut TuS Koblenz auf 93 Oberligaspiele für die TuS Neuendorf. Die Oberliga war damals, bis zur Einführung der Bundesliga 1963, die höchste Spielklasse im deutschen Fußball. Eine längere krankheitsbedingte Pause trug dazu bei, dass Gutendorf sich früh mit einer Trainerlaufbahn beschäftigte.
Trainerstationen rund um den Globus
Aus dieser Laufbahn wurde eine außergewöhnlich lange internationale Karriere. Die TuS verweist auf insgesamt 55 Verpflichtungen auf nahezu allen Kontinenten. Gutendorf arbeitete unter anderem in Iran, Chile und Ruanda. In Ruanda übernahm er nach dem Bürgerkrieg die Nationalmannschaft und stellte ein Team aus Spielern verfeindeter Bevölkerungsgruppen zusammen.
Trotz seiner internationalen Stationen blieb Gutendorf dem Verein nach Darstellung der TuS verbunden. Er besuchte Spiele im Stadion Oberwerth und feierte dort auch seinen 90. Geburtstag. Ein dauerhaftes offizielles Amt bei der TuS kam nicht zustande: In der Saison 1998/99 wollte er als Sportdirektor und Berater helfen, wechselte aber bald zu seinem Engagement nach Ruanda.
Soziales Engagement
Neben seiner Arbeit als Trainer engagierte sich Gutendorf auch für soziale Projekte. Er gründete die Lotto-Elf, eine Traditionsmannschaft mit früheren Nationalspielern, die für wohltätige Zwecke antrat. Nach Vereinsangaben kamen dadurch bis heute mehrere Millionen Euro für soziale Projekte zusammen. Bis 2012 betreute Gutendorf die Mannschaft selbst.
Für sein jahrzehntelanges Engagement im Sport und für soziale Anliegen wurde Gutendorf 2011 mit dem Bundesverdienstkreuz ausgezeichnet. Als in der Saison 2017/18 bei der TuS Koblenz die Idee eines Flüchtlingsteams entstand, brachte sich Gutendorf nach Angaben des Vereins ein.
Autor:Ralf Vester aus Kaiserslautern |