Meisterdebatte beim VfB Stuttgart: Hoeneß bremst Erwartungen

Wird mit dem VfB Stuttgart für diese Bundesliga-Saison hoch gehandelt: VfB-Trainer Sebastian Hoeneß (Archivbild) | Foto: Tom Weller/dpa
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Stuttgart. Für Fans des VfB Stuttgart liefert der Bundesliga-Start beim FC Bayern am Freitag, 28. August um 20.30 Uhr einen ersten realistischen Hinweis, wie weit die Schwaben in dieser Saison kommen können. Nach Meistertipps und positiven Prognosen bremst Trainer Sebastian Hoeneß die Erwartungen deutlich.

Paderborns Trainer Ralf Kettemann sieht den VfB sogar als möglichen Meister. Dietmar Hamann hält Stuttgart für einen Titelkandidaten, falls der FC Bayern schwächelt. Lothar Matthäus traut den Schwaben Platz drei zu.

Hoeneß will diese Einschätzungen nicht als neue Messlatte verstanden wissen. „Ich glaube, wir bewegen uns schon relativ nah am Limit, da wo wir uns jetzt bewegen“, sagte der 44-Jährige vor dem Auftakt in München. Das bedeute nicht, dass der VfB komplett am Limit sei. „Aber wir sind nicht mehr weit weg und man muss schon immer mal wieder die Kirche im Dorf lassen.“

Hoeneß warnt vor zu hohen Erwartungen

Der VfB hat sich seit der Übernahme von Hoeneß rasant entwickelt. Der Coach hatte die Stuttgarter als Tabellenletzter übernommen und vor dem Absturz in die 2. Bundesliga bewahrt. Danach folgten die überraschende Vizemeisterschaft, der DFB-Pokal-Sieg, ein weiteres Pokal-Finale und erneut die Qualifikation für die Champions League. Die vergangene Bundesliga-Saison endete auf Platz vier.

Für Hoeneß bleibt dennoch entscheidend, die sportliche Lage realistisch einzuordnen. „Es gibt einfach am Ende dann doch noch einige Clubs, die ganz andere Möglichkeiten haben als wir“, sagte er. Zugleich betonte er, dass der VfB ambitioniert sei und die vergangenen Jahre dem Verein viel Rückenwind gegeben hätten.

Wehrle sieht Meisterschaft nicht als Messlatte

Auch Vorstandschef Alexander Wehrle reagierte gelassen auf Kettemanns Meistertipp. „Ich lade Ralf Kettemann gerne bei Gelegenheit zum Maultaschenessen ein“, sagte Wehrle dem „Münchner Merkur/tz“. Die Zielsetzung des Vereins bleibe aber eine andere. „Unsere Messlatte ist sicher nicht die Meisterschaft“, stellte er klar.

Der VfB wolle in jedem Wettbewerb „so erfolgreich wie möglich“ sein. Für die Fans bedeutet das vor allem, dass die Verantwortlichen hohe Ambitionen nicht kleinreden, sie aber auch nicht in eine Titelpflicht umdeuten wollen.

Champions League erhöht die Belastung

Hoeneß verwies erneut auf die Risiken einer Saison mit internationaler Zusatzbelastung. Die Champions League ist sportlich reizvoll und finanziell wichtig. Gleichzeitig kann der volle Kalender in der Bundesliga Spuren hinterlassen.

Als warnendes Beispiel gilt Eintracht Frankfurt. Nach einer starken Saison mit Champions-League-Einzug wurde die Eintracht in der folgenden Bundesliga-Spielzeit Achter. Auch der VfB kennt solche Probleme aus eigener Erfahrung.

Lehre aus der früheren Königsklassen-Saison

Schon einmal bekam Stuttgart die Wirkung der Dreifachbelastung deutlich zu spüren. Nach der Qualifikation für die Königsklasse war international nach der Ligaphase Ende Januar Schluss. In der Bundesliga verspielte der VfB danach eine gute Ausgangsposition im Kampf um die internationalen Plätze und beendete die Saison als Neunter.

Über die Liga hätte Stuttgart den erneuten Sprung nach Europa verpasst. Der DFB-Pokalsieg gegen Arminia Bielefeld brachte am Ende doch noch die Qualifikation für die Europa League.

Wie stabil der VfB diesmal startet, zeigt sich beim Südgipfel am Freitag, 28. August um 20.30 Uhr beim FC Bayern. Das Spiel läuft bei Sat.1 und Sky. dpa/red

Autor:

Ralf Vester aus Kaiserslautern

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