Krisentreffen nach Mannheim-Derby: Hagel lädt Vereine ein
- Die Fanlager provozierten sich massiv. (Archivbild)
- Foto: Uwe Anspach/dpa
- hochgeladen von Wochenblatt Redaktion
Mannheim. Nach den Krawallen beim Südwest-Derby in Mannheim müssen sich Fans und Vereine auf neue Gespräche über Stadionsicherheit einstellen. Baden-Württembergs Innenminister Manuel Hagel lädt Fußballvereine für Donnerstag, 3. September, nach Stuttgart ein.
Nach Angaben aus der Einladung, die der Deutschen Presse-Agentur vorliegt, sollen klare Vereinbarungen getroffen und die Stadionallianzen im Land weiterentwickelt werden. Hagel schreibt darin: „Unser aller Ziel ist klar: Gewalt hat in unseren Stadien keinen Platz. Dies muss auch für emotional aufgeladene Spielbegegnungen gelten.“
Eingeladen sind nach Angaben einer Sprecherin sieben Vereine. Dabei geht es vor allem um Clubs aus der ersten bis dritten Liga.
120 Betroffene nach Pokalspiel in Mannheim
Auslöser ist das Erstrundenspiel im DFB-Pokal zwischen dem SV Waldhof Mannheim und dem 1. FC Kaiserslautern am 21. August. Der 1:0-Auswärtssieg der Roten Teufel nach Verlängerung stand kurz vor dem Abbruch. Im ausverkauften Carl-Benz-Stadion kam es zu Krawallen, Pyrotechnik und einem Platzsturm.
Die Polizei war mit rund 1.400 Beamtinnen und Beamten im Einsatz. 35 Einsatzkräfte wurden verletzt. Zusätzlich mussten 85 Zuschauer medizinisch betreut werden. Acht von ihnen kamen zur weiteren Behandlung ins Krankenhaus.
- Termin: Donnerstag, 3. September, in Stuttgart
- Anlass: Ausschreitungen beim Pokalspiel SV Waldhof Mannheim gegen 1. FC Kaiserslautern
- Betroffen: 35 verletzte Polizeikräfte und 85 medizinisch betreute Zuschauer
- Ziel: bessere Absprachen für Hochrisikospiele
Hagel sieht Handlungsbedarf bei Hochrisikospielen
Die Vorkommnisse hätten ihn und weite Teile der Bevölkerung tief betroffen gemacht, schreibt Hagel in der Einladung. „Die massive Gewalt gegen Einsatzkräfte und andere Fans ist nicht hinnehmbar, an keinem Spielort in Baden-Württemberg.“ Angriffe mit Pyrotechnik hätten Zuschauer jeden Alters, Spieler und Personal in große Gefahr gebracht.
Der Innenminister betont: „Sie zeigen, dass bei Hochrisikospielen Handlungsbedarf besteht.“ Man dürfe sich „auf gar keinen Fall an solche Bilder gewöhnen“.
Die Stadionallianzen in Baden-Württemberg stehen laut Hagel seit Jahren für eine vertrauensvolle Zusammenarbeit von Fans, Vereinen, Polizei und Kommunen. Daran wolle er festhalten. Offen sei aber, ob die bestehenden Verfahren den heutigen und künftigen Herausforderungen noch ausreichend gerecht werden. Welche konkreten Vereinbarungen Hagel vorschlagen will, geht aus dem Schreiben nicht hervor. dpa/red
Autor:Anouar Touir aus Ludwigshafen |