Gelddebatte im Europapokal: SC Freiburg fordert neue Verteilung
- Der SC Freiburg steht erstmals in einem Europapokal-Viertelfinale. (Archivbild)
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Freiburg. Für den SC Freiburg geht es im Europapokal um Millionen. Gleichzeitig rückt eine neue Debatte über die Verteilung der Einnahmen in den internationalen Wettbewerben in den Fokus.
Der Bundesligist steht vor einem historischen Schritt. Im Viertelfinale der Europa League trifft Freiburg am Donnerstag, 9. April, um 21 Uhr auf Celta Vigo. Der sportliche Erfolg hätte auch finanzielle Folgen. Für den Einzug ins Halbfinale würden rund 4,2 Millionen Euro von der UEFA fließen. Aus Sicht von Freiburgs Finanzvorstand Oliver Leki zeigt diese Summe jedoch vor allem ein Problem. Zwischen Champions League, Europa League und Conference League liegen enorme Unterschiede bei den Einnahmen.
Große Unterschiede bei den Prämien
Die UEFA schüttet in dieser Saison deutlich mehr Geld in der Champions League aus als in den anderen Wettbewerben.
- Champions League insgesamt rund 2,5 Milliarden Euro
- Europa League rund 565 Millionen Euro
- Conference League rund 285 Millionen Euro
Schon beim Startgeld zeigt sich die Lücke.
- Champions League mehr als 18 Millionen Euro
- Europa League gut 4 Millionen Euro
- Conference League rund 3 Millionen Euro
Auch Siegprämien und Bonuszahlungen unterscheiden sich deutlich. Ein Erfolg in der Ligaphase der Champions League bringt mehr als zwei Millionen Euro. In der Europa League sind es 450.000 Euro.
Freiburg fordert Umverteilung
Leki hält die Unterschiede für zu groß. Er plädiert dafür, einen Teil der Einnahmen aus der Champions League stärker auf die Europa League und die Conference League zu verteilen. Seiner Ansicht nach könnte das auch die nationale Konkurrenz beleben. Vereine, die regelmäßig in der Champions League spielen, bauen durch die hohen Einnahmen langfristig große wirtschaftliche Vorteile auf. Unterstützung kommt unter anderem vom FSV Mainz 05. Sportchef Christian Heidel sagte, ein neuer Verteilerschlüssel wäre im Sinne des Wettbewerbs sinnvoll.
Topclubs sehen keinen Handlungsbedarf
Bei den finanziell stärkeren Vereinen stößt der Vorschlag auf Skepsis. Bayern Münchens Vorstandschef Jan Christian Dreesen bezeichnete die Hoffnung auf mehr Spannung in nationalen Ligen durch eine Umverteilung als Illusion. Seiner Einschätzung nach könnten Vereine aus England oder Spanien geringere Einnahmen leichter verkraften, weil dort deutlich höhere TV Erlöse erzielt werden. Eine Umverteilung könnte deutsche Champions League Teilnehmer im internationalen Vergleich sogar schwächen.
Der Ausgang der Debatte ist offen. Für Freiburg steht zunächst der sportliche Erfolg im Mittelpunkt. Mit einem Sieg gegen Celta Vigo würde der Club nicht nur Vereinsgeschichte schreiben, sondern auch mehrere Millionen Euro einnehmen. dpa/red
Autor:Jens Vollmer aus Wochenblatt Kaiserslautern |