Formel-1-Pionierin aus Bodensee-Region: So arbeitet Müller

Laura Müller: «Dorfleben fand ich immer schrecklich.» (Archivbild) | Foto: Wu Lu/XinHua/dpa
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Silverstone. Für Formel-1-Fans aus dem Südwesten rückt vor dem Grand Prix in Großbritannien eine Ingenieurin aus der Bodenseeregion in den Mittelpunkt: Laura Müller, die aus der Nähe von Konstanz kommt, spricht über ihren Alltag als erste Renningenieurin der Formel 1.

Die Deutsche arbeitet seit 2022 für Haas und ist seit Beginn der vergangenen Saison die Renningenieurin von Esteban Ocon. Vor dem Rennen in Silverstone am Sonntag, 5. Juli, sagte Müller der Deutschen Presse-Agentur, in einer Session komme es vor allem auf klare und knappe Kommunikation an.

Klare Ansagen bei 300 km/h

Müller erklärte, Ocon sei „nicht besonders gut im Zwischen-den-Zeilen-Lesen“. Deshalb müsse jede Information eindeutig sein. Gerade bei hohem Tempo bleibe keine Zeit für Interpretationen. Wenn ein Fahrer verärgert sei, versuche sie nicht, die Stimmung weiter anzuheizen. Stattdessen wolle sie Verständnis zeigen und die Situation prüfen.

Aufsehen erregte auch ihre Aussage zum rauen Ton im Cockpitfunk. „Mich stört es auch nicht, wenn er mich anschreit“, sagte Müller. Problematisch sei für sie weniger die Lautstärke als die Verständlichkeit. Deutliche Kritik zog sie aber bei pauschalen Vorwürfen nach einer Session. Das sei respektlos gegenüber den Beschäftigten in der Fabrik.

Weg aus der Bodenseeregion in die Formel 1

Müller wuchs in einem kleinen Dorf nahe Konstanz auf und absolvierte später ihren Master in Automotive Engineering an der TU München. Schon als Kind habe sie von einer Karriere in der Formel 1 geträumt. Zunächst wollte sie selbst Rennfahrerin werden. Über ein Praktikum fand sie später den Einstieg in den Motorsport.

Heute gilt sie als Pionierin in der Königsklasse. Haas-Teamchef Ayao Komatsu lobte nach dpa-Angaben vor allem ihre Arbeitsmoral und ihre Gründlichkeit bei der Analyse von Problemen.

Rolle mit Signalwirkung

Die Ingenieurin sieht ihre Aufgabe nicht nur im technischen Bereich. Besonders anspruchsvoll sei es, einem Fahrer strategische Entscheidungen wie einen Boxenstopp verständlich und schnell zu erklären. Genau darin liege ein zentraler Teil ihres Jobs.

Für viele Mädchen und junge Frauen ist Müller inzwischen ein Vorbild. Sie selbst sagte, mit einer solchen Orientierungshilfe wäre ihr früher der Traum von einer Karriere als Rennfahrerin wohl realistischer erschienen. dpa/red

Autor:

Jens Vollmer aus Wochenblatt Kaiserslautern

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