3. Liga: Aachen kassiert 0:3, Duisburg bleibt makellos
- 3. Liga: Nach dem 3. Spieltag rücken die klaren Geschichten in den Fokus, Aachens 0:3 am Tivoli und Duisburgs perfekter Start.
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3. Liga. Alemannia Aachen erwischt am Tivoli einen bitteren Abend und verliert nach starkem Start in die Saison mit 0:3 gegen Aufsteiger SV Meppen. Während Aachen nach vier Punkten aus den ersten Spielen einen Dämpfer kassiert, setzt der MSV Duisburg mit einem klaren 3:0 gegen Würzburg seinen Lauf fort.
Aachens Trainer Mersad Selimbegovic sieht den Knackpunkt früh: „Seit dem 17. Januar haben wir immer mindestens 1 Tor geschossen. Es war klar, dass so ein Tag kommt. Gegen Meppen fehlten die Automatismen und dann läufst du hinterher. Das war kein kompletter Stromausfall, das war ein Kurzschluss in den ersten 10 Minuten. Ich werde nicht alles hinterfragen.“
Aachen rutscht früh weg, Meppen trifft den Ton
Auch Rachid Azzouzi, Geschäftsführer Sport in Aachen, ärgert sich über die erste Halbzeit: „Meppen wird oft unterschätzt , so auch jetzt. Der Trainer hat davor gewarnt. Wir sind komplett neben der Kappe.“ Als mögliche Gründe nennt er Transferdiskussionen und Verletzte und findet es „schade, dass es so wehrlos ist nach 14 Spielen ohne Niederlage“.
Meppen feiert dagegen einen Auswärtssieg, der den Plan voll aufgehen lässt. Thorben Deters beschreibt den Ansatz sehr deutlich: „Wir wollten die ekelhafteste Mannschaft sein, die seit Langem am Tivoli aufgelaufen ist. Das ist uns gelungen. Wir hatten die Kaltschnäuzigkeit vor dem Tor. Ein besseres Auswärtsspiel am Tivoli kann man nicht machen.“
Mut, Überzeugung, Belastung: Meppen bleibt stabil
Meppens Trainer Lucas Beniermann ordnet den Auftritt als echtes Statement ein, gerade für einen Aufsteiger in Aachen. „Wir haben viel über Mut und Überzeugung gesprochen. Das muss man auf den Platz bringen, wenn es laut wird. Das war ein Paradebeispiel dafür“, sagt Beniermann.
Ein personaler Dämpfer bleibt aber: Mittelfeldspieler Erik Zenga, der sich im Pokal eine Sehnenverletzung zuzog, rechnet mit einer Pause. „Die Prognose lautet, dass ich 6 Wochen ausfallen werde. Ich werde nach der langen Länderspielpause wohl im September wieder einsteigen“, so Zenga.
MSV Duisburg: Lobinger und ein klarer Plan nach vorn
In Duisburg passt an diesem Spieltag vieles zusammen: Das 3:0 gegen Aufsteiger Würzburg bringt nach drei Ligaspielen neun Punkte und Platz eins. Trainer Dietmar Hirsch erklärt, warum es aktuell so rund läuft: „Wir spielen immer mutiger Fußball. Das hat etwas mit Erfolg zu tun. Aber auch mit der Qualität der Spieler. Wir erarbeiten uns das. Wir haben den Gegner mit Ballbesitz in Bewegung gebracht.“
Doppelpacker Lex-Tyger Lobinger fasst seine Treffer ganz bodenständig zusammen: „Wir waren von der ersten Minute an hellwach. [...] Da wird oft gesagt: Am ersten Pfosten wird das Geld verdient. Das sollte heute so sein. Das hat zum Glück zweimal geklappt.“
Würzburg hadert: „Das war Amateurfußball“
Bei den Würzburger Kickers sitzt der Frust tief, vor allem wegen der ersten halben Stunde. Trainer Michael Schiele sagt: „Das war sehr viel Lehrgeld. Die 1. Halbzeit, das war Amateurfußball von uns. Da waren wir viel zu schwach. Da müssen wir schleunigst ankommen und uns nicht vom Stadion blenden lassen.“
Schiele erkennt zwar eine Steigerung nach der Pause, bleibt im Gesamtfazit aber deutlich: „Das ist in der Summe ein verdienter Sieg für Duisburg.“
Fortuna Köln sammelt Punkte und schaut Richtung Düsseldorf
Auch Fortuna Köln nimmt ein Erfolgserlebnis mit: Nach dem 2:1 beim SC Verl wächst das Selbstvertrauen vor dem Heimspiel gegen Fortuna Düsseldorf am Sonntag ab 19.15 Uhr bei MagentaSport. Verls Trainer Orest Shala will trotz Platz 6 aus der Vorsaison keine Rollen verteilen: „Wir sind einfach eine neue Mannschaft. [...] Auf die Favoritenrolle gebe ich nichts.“
Kölns Trainer Matthias Mink setzt dagegen auf das eigene Gefühl im Südstadion: „Wir haben seit weit über einem Jahr kein Heimspiel mehr verloren. Deswegen glaube ich schon, dass wir dieses Bewusstsein haben dürfen, selbstbewusst und mit der nötigen Leichtigkeit in die Partie reinzugehen.“ [red]
Autor:Stephanie Walter aus Wochenblatt Kaiserslautern |