Zuhören im Alltag: Warum es guttut und wann Hörtests helfen
- Wenn Gespräche anstrengend werden oder Missverständnisse zunehmen, kann bewusstes Zuhören entlasten. Bleiben Probleme dauerhaft, kann auch ein Hörtest helfen, die Ursache einzuordnen.
- Foto: zinkevych/stock.adobe.com
- hochgeladen von Thorsten Kornmann
Zuhören. Gutes Zuhören kann im Alltag Stress senken und Beziehungen entspannen, und wenn Gespräche trotzdem ständig aneinander vorbeigehen, kann auch ein unbemerkter Hörverlust der Grund sein.
Ob in der Familie, im Freundeskreis oder bei der Arbeit. Kommunikation funktioniert am besten als ausgewogenes Senden und Empfangen. Wer wirklich zuhört, bekommt neue Sichtweisen mit und erweitert den eigenen Horizont.
Die Bundesinnung der Hörakustiker KdöR ordnet zum World Listening Day außerdem einen Effekt ein, der im Alltag oft direkt spürbar ist. Wer beim Zuhören ganz präsent ist, kann mental entlasten, Stressreaktionen reduzieren und den Herzschlag beruhigen. Gleichzeitig kann es für die Person, der zugehört wird, entlastend sein, wenn das Gegenüber Raum gibt und Aufmerksamkeit zeigt.
Wenn „Nicht-Zuhören“ ein Hörproblem sein kann
Es gibt Situationen, in denen Menschen nicht zuhören oder sich nicht gehört fühlen. Stress oder Konflikte können eine Rolle spielen. Laut Eberhard Schmidt, Präsident der Bundesinnung der Hörakustiker (biha), wird dabei ein weiterer möglicher Grund häufig übersehen. Eine Schwerhörigkeit kann dazu führen, dass jemand scheinbar nicht zuhört, obwohl schlicht nicht alles ankommt.
Das ist auch deshalb tückisch, weil es nicht immer der betroffenen Person selbst auffällt. Manchmal bemerken es zuerst nahestehende Menschen. Schon bei einer leichten Hörminderung können einzelne Sprachlaute fehlen. Gesagtes wird dann überhört oder wirkt nicht sinnvoll. Aus einer „Rose“ wird plötzlich eine „Dose“, aus „Reis“ ein „Eis“.
Mögliche Folgen reichen über Missverständnisse hinaus. Wenn das nicht erkannt wird, kann das Verhalten als Ignoranz interpretiert werden. Das kann Frust auslösen, einsam machen oder Konflikte verstärken. Zudem kann sich das Hörverstehen verschlechtern, wenn es über längere Zeit nicht ausreichend trainiert wird.
Wenn auffällt, dass ein Gesprächspartner dauerhaft nicht passend reagiert, hilft oft eine vorsichtige Einordnung, ohne Vorwurf. Ob eine Schwerhörigkeit vorliegt, kann ein Hörakustiker mit einem Hörtest feststellen. Bei Bedarf können individuell angepasste Hörgeräte den Hörverlust ausgleichen.
Mehr Informationen rund ums Hören gibt es unter https://www.richtig-gut-hoeren.de und auf https://www.instagram.com/biha.kdoer/. Hörakustiker-Fachbetriebe vor Ort sind über https://www.hoerakustiker-suche.de/ zu finden.
Praktisch bleibt: Zuhören ist oft eine einfache Entlastung für beide Seiten, und wenn es regelmäßig hakt, lohnt die nüchterne Möglichkeit „Hören“ als Ursache mitzudenken. red
Autor:Thorsten Kornmann aus Karlsruhe |