Wohngeld in Baden-Württemberg: Weniger Hilfe ab 2027
- Kürzungen beim Wohngeld geplant. (Symbolbild)
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Stuttgart. Für viele Wohngeld-Haushalte in Baden-Württemberg wird die Unterstützung ab Freitag, 1. Januar, schrittweise kleiner. Grund sind geplante Änderungen des Bundes, vor denen Bauministerin Theresa Schopper in Stuttgart als „höchst unsozial“ gewarnt hat.
Nach den Plänen sollen die neuen Regeln ab Freitag, 1. Januar, gelten. Bestehende Wohngeldbescheide bleiben zunächst gültig. Die Kürzungen greifen deshalb nach und nach, wenn neue Bescheide ergehen. In der Regel ist dafür alle zwölf Monate ein neuer Antrag nötig.
Was sich beim Wohngeld ändern soll
Nach bisherigem Stand gibt es drei zentrale Punkte, die nahezu alle Wohngeld-Haushalte betreffen können.
- Die Dynamisierung soll ausgesetzt werden. Das Wohngeld würde dann vorerst nicht mehr an Inflation und steigende Mieten angepasst.
- Die Heizkostenkomponente soll halbiert werden.
- Die Wohngeldformel soll so verändert werden, dass weniger Haushalte Anspruch haben.
Für Haushalte an der oberen Einkommensgrenze der bisherigen Anspruchsberechtigten könnte die Leistung ganz entfallen. Nach Angaben aus dem Ministerium betrifft das vor allem Fälle, in denen heute noch 50 bis 60 Euro pro Monat gezahlt werden.
Ende 2024 bezogen in Baden-Württemberg fast 114.000 Haushalte Wohngeld. Schopper warnte, dass viele Menschen schon jetzt mehr als die Hälfte ihres Einkommens für die Miete ausgeben müssten. Fällt Unterstützung weg, könne das bis zum Verlust der Wohnung und in der Folge auch des Arbeitsplatzes führen.
Mehr Belastung für Kommunen
Nach Einschätzung der Ministerin würden die Folgen teilweise an Städte und Gemeinden weitergereicht. Wer kein Wohngeld mehr bekommt, könnte stattdessen Anspruch auf Grundsicherung haben. Das würde höhere Ausgaben im Sozialetat des Bundes und bei den Kommunen auslösen, die sich an den Unterkunftskosten beteiligen.
Trotz dieser Folgekosten könnte der Staat nach den vorliegenden Berechnungen unterm Strich im ersten Jahr rund 1,16 Milliarden Euro sparen. Ab dem Folgejahr wären es demnach rund 1,5 Milliarden Euro pro Jahr.
Schopper erwartet zudem deutlich mehr Rückfragen in den Rathäusern zu laufenden Bewilligungen und künftigen Ansprüchen. dpa/red
Autor:Eva Bender aus Neustadt/Weinstraße |