Woche der Demenz und Welt-Alzheimertag: Was die Forschung über unser Gehirn herausfinden will
- Der Welt-Alzheimertag und die Woche der Demenz lenken auch 2026 den Blick auf die Betroffenen. Das Wissenschaftsjahr will gleichzeitig zeigen, woran Forschende arbeiten – und welche Chancen neue Erkenntnisse für die Medizin der Zukunft eröffnen.
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Demenzforschung. Rund 1,6 Millionen Menschen in Deutschland leben mit Alzheimer. Mit einer älter werdenden Gesellschaft wird die Frage immer wichtiger: Wie können wir unser Gehirn möglichst lange gesund halten – und was kann die Forschung gegen Alzheimer, Demenz und andere Erkrankungen des Nervensystems ausrichten?
Der Welt-Alzheimertag am 21. September und die Woche der Demenz vom 21. bis zum 27. September rücken genau diese Fragen in den Mittelpunkt. Auch das Wissenschaftsjahr 2026 – Medizin der Zukunft widmet sich im September der Gehirngesundheit. Dabei geht es nicht nur um komplizierte Forschung, sondern auch um Mitmachen, Ausprobieren und die Frage, was jeder selbst über sein Gehirn lernen kann.
„Unser Gehirn prägt, wie wir denken, fühlen und handeln. Forschung trägt dazu bei, Erkrankungen des Nervensystems besser zu verstehen und neue Möglichkeiten für Prävention, Diagnose und Behandlung zu entwickeln. Mit dem Themenschwerpunkt im September macht das Wissenschaftsjahr diese wichtige Forschung sichtbar und zeigt, welchen Beitrag sie für die Gesundheit der Menschen heute und in Zukunft leistet“, sagt Dorothee Bär, Bundesministerin für Forschung, Technologie und Raumfahrt.
Eine kleine Herausforderung für das Gehirn
Eine ungewöhnliche Mitmachaktion steht dabei im Mittelpunkt: Mit der Challenge #MachsMitLinks lädt das Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt (BMFTR) dazu ein, alltägliche Dinge einmal mit der ungewohnten Hand zu erledigen.
Schreiben, Zähneputzen oder andere vertraute Tätigkeiten werden so plötzlich zu einer kleinen Herausforderung. Die Erfahrungen können anschließend in den sozialen Medien geteilt werden. Die Aktion soll spielerisch zeigen, wie eng Bewegung, Wahrnehmung und Koordination miteinander verbunden sind.
Was Musik mit dem Gehirn zu tun hat
Wie vielfältig die Forschung rund um das Gehirn ist, zeigt das Förderprojekt „Noten und Neuronen – Musik für die Gehirngesundheit“. Dabei werden Konzerterlebnisse mit aktuellen wissenschaftlichen Erkenntnissen verbunden.
Auch im Hirnpodcast „90 Milliarden“ dreht sich im September vieles um das Gehirn. Bundesforschungsministerin Dorothee Bär ist dort bei Marco Schreyl zu Gast. Gemeinsam mit Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern, Betroffenen und Fachleuten spricht er über Alzheimer und Demenz, aktuelle Erkenntnisse der Forschung und neue Ansätze im Umgang mit Erkrankungen des Nervensystems.
Darüber hinaus stellt das Wissenschaftsjahr im September zahlreiche Informationen und Hintergrundbeiträge bereit. Ein Quiz lädt dazu ein, das eigene Wissen über Gehirngesundheit und Erkrankungen des Nervensystems zu testen. Die Inhalte werden auf der Website des Wissenschaftsjahres und über die Social-Media-Kanäle veröffentlicht.
Warum Alzheimer und Demenz die Forschung beschäftigen
Alzheimer ist nur eine von vielen Erkrankungen, die das Nervensystem betreffen. Die Forschung versucht deshalb auf unterschiedlichen Wegen herauszufinden, wie solche Krankheiten entstehen, wie sie früher erkannt werden können und welche Behandlungsmöglichkeiten es gibt.
Das BMFTR unterstützt diese Forschung gemeinsam mit den Ländern unter anderem durch die Förderung des Deutschen Zentrums für Neurodegenerative Erkrankungen (DZNE). Das DZNE zählt zu den international führenden Forschungseinrichtungen auf diesem Gebiet. An zehn Standorten untersuchen Forschende die Ursachen von Erkrankungen des Nervensystems und entwickeln neue Wege für Vorsorge, Behandlung und Versorgung.
Auch auf europäischer Ebene beteiligt sich das BMFTR an verschiedenen Forschungsprogrammen. Das „EU Joint Programme – Neurodegenerative Erkrankungen (JPND)“ verfolgt das Ziel, Therapieverfahren und Diagnosemöglichkeiten für neurodegenerative Erkrankungen zu entwickeln oder zu verbessern.
Gemeinsam mit europäischen Partnern engagiert sich das BMFTR außerdem in der „Europäischen Partnerschaft zur Gesundheit des Gehirns“ (EP BrainHealth). Sie soll die Forschung zur Gehirngesundheit voranbringen und Antworten auf die wachsenden Herausforderungen durch neurologische und psychische Erkrankungen finden.
Gehirngesundheit betrifft alle
Der September macht damit deutlich: Gehirnforschung ist längst nicht nur ein Thema für Labore und Universitäten. Sie betrifft Millionen Menschen, die selbst an Alzheimer oder einer anderen Erkrankung des Nervensystems leiden, ebenso wie deren Angehörige.
Der Welt-Alzheimertag und die Woche der Demenz lenken den Blick auf die Betroffenen. Das Wissenschaftsjahr will gleichzeitig zeigen, woran Forschende arbeiten – und welche Chancen neue Erkenntnisse für die Medizin der Zukunft eröffnen.
Autor:Heike Schwitalla aus Germersheim |
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