Unsichtbare Gefahr im Hotelzimmer: So vermeiden Urlauber gefährliche Legionellen
- Legionellen im Hotel und Whirlpool: Worauf Reisende achten sollten
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Urlaub. Sommer, Sonne, Erholung – doch für manche Urlauber endet die Reise mit Fieber, Husten und starker Erschöpfung. Ursache können Legionellen sein. Die Bakterien werden über feinste Wassertröpfchen eingeatmet und können Atemwegserkrankungen auslösen. Experten empfehlen daher, besonders in Hotels, Ferienwohnungen und Wellnessanlagen einige Vorsichtsmaßnahmen zu beachten.
Legionellen-Fälle nehmen zu
Legionellen kommen natürlicherweise im Wasser vor und können sich vor allem in warmem, stehenden Wasser vermehren. Nach Angaben des aktuellen Jahrbuchs meldepflichtiger Krankheiten wurden in Deutschland im Jahr 2024 insgesamt 2.237 Legionellen-Infektionen registriert. Im Jahr 2001 waren es noch 328 Fälle. Rund jeder fünfte Erkrankte infizierte sich während einer Reise.
Die meisten Infektionen verlaufen vergleichsweise mild und ähneln einer grippeähnlichen Erkrankung. Besonders für ältere Menschen, Raucher oder Personen mit geschwächtem Immunsystem können Legionellen jedoch gefährlich werden. Im Jahr 2024 starben deutschlandweit 104 Menschen an den Folgen einer Legionellen-Infektion.
Nach der Ankunft Wasser laufen lassen
Wer ein Hotelzimmer, Apartment oder Ferienhaus bezieht, sollte nicht sofort duschen. Wurde die Unterkunft längere Zeit nicht genutzt, kann Wasser in den Leitungen gestanden haben – ideale Bedingungen für Legionellen.
Experten empfehlen deshalb, nach der Ankunft zunächst alle Wasserhähne sowie die Dusche zwei bis drei Minuten laufen zu lassen. Dabei sollten sowohl Warm- als auch Kaltwasser getrennt gespült werden, da sie meist über unterschiedliche Leitungen geführt werden. Auch bei längerer Abwesenheit empfiehlt es sich, die Wasserhähne vor Nutzung eine Weile lang aufzudrehen.
Wichtig: Während des Spülens sollte das Badezimmer möglichst verlassen werden. So wird verhindert, dass möglicherweise belastete Wassertröpfchen eingeatmet werden.
Besondere Vorsicht bei Whirlpools und Warmwasserbecken
Ein erhöhtes Risiko besteht in Whirlpools, Jacuzzis und anderen Warmwasseranlagen. Dort herrschen oft Temperaturen, bei denen sich Legionellen besonders gut vermehren können. Gleichzeitig entstehen durch Luftblasen und Sprudeldüsen zahlreiche Aerosole, die eingeatmet werden.
Urlauber sollten daher aufmerksam auf den Zustand der Anlage achten. Trübes Wasser, unangenehme Gerüche oder offensichtliche Hygienemängel können Warnsignale sein. In solchen Fällen ist es ratsam, auf die Nutzung zu verzichten.
Was kein typisches Risiko darstellt
Viele Reisende sorgen sich wegen Klimaanlagen in Hotels. Experten weisen jedoch darauf hin, dass moderne Klimaanlagen in Hotelzimmern in der Regel keine typische Legionellenquelle darstellen. Sie kühlen und bewegen die Raumluft, versprühen jedoch kein belastetes Wasser.
Auch eine Ansteckung von Mensch zu Mensch spielt praktisch keine Rolle. Legionellen werden normalerweise nicht durch Husten, Niesen oder direkten Kontakt übertragen.
Mit einfachen Maßnahmen sicher reisen
Wer nach der Ankunft die Wasserleitungen spült und bei Wellnessanlagen auf Sauberkeit achtet, kann das Risiko einer Legionellen-Infektion deutlich reduzieren. Mit wenigen Vorsichtsmaßnahmen steht einem unbeschwerten und erholsamen Urlaub in den meisten Fällen nichts im Weg.
Autor:Heike Schwitalla aus Germersheim |
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