Studie zu Haushaltsabwasser: Diese Stoffe landen täglich im Abfluss
- Leitungswasser und Abfluss im Haushalt. Im Abwasser landen auch Salz aus Enthärtungsanlagen, Medikamentenreste und Reinigungsmittel, die Kläranlagen nicht vollständig herausfiltern.
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Haushaltsabwasser. Wer im Alltag richtig entsorgt und sparsam dosiert, kann die Menge problematischer Stoffe im Abfluss messbar senken, denn Kläranlagen filtern nicht alles heraus.
Beim Duschen, Wäschewaschen oder Putzen gelangen Rückstände aus Wasch- und Reinigungsmitteln, Kosmetik oder Medikamenten in den Abfluss. Hinzu kommen Mikroplastik, PFAS, Schwermetalle sowie Fette und Öle. Eine internationale Auswertung, übermittelt vom Herausgeber Aquon Water Solutions, bündelt diese Stoffgruppen als typische Belastungen im Haushaltsabwasser.
Auffällig ist laut der beschriebenen Analyse vor allem ein Stoff, der im Haushalt oft kaum beachtet wird. Regeneriersalz aus Wasserenthärtungsanlagen auf Salzbasis. Es können bis zu 46 Kilogramm pro Person und Jahr ins Abwasser gelangen. Hintergrund ist das Verfahren, bei dem Calcium und Magnesium gegen Natrium ausgetauscht werden. Die entstehende Salzsole wird anschließend in den Abfluss gespült.
Warum Salz aus Enthärtungsanlagen schwer herauszufiltern ist
Das Problem an der Salzfracht ist vor allem das Chlorid. Herkömmliche Kläranlagen sind hauptsächlich darauf ausgelegt, Schwebstoffe, Nährstoffe und organische Belastungen zu entfernen. Chlorid lässt sich technisch zwar reduzieren, das gilt laut Einschätzung aus dem Studienumfeld aber als aufwendig und energieintensiv.
Als mögliche Folgen werden in der Einordnung genannt:
- Versalzung von Süßwasser, was Wasserorganismen beeinträchtigen kann.
- Störungen biologischer Prozesse in Kläranlagen.
- In Hitze- und Trockenperioden eine stärkere Wirkung, weil weniger Wasser verdünnt.
- Steigende Natriumwerte im Trinkwasser und ein höheres Korrosionsrisiko in Rohrleitungen als mögliche Begleiteffekte.
Was im Haushalt praktisch hilft, ohne großen Aufwand
Im Alltag lassen sich einige Einträge relativ einfach vermeiden oder reduzieren, ohne dass dafür Spezialwissen nötig ist:
- Medikamente nicht über Toilette oder Ausguss entsorgen. Geeignet sind die vorgesehenen Entsorgungswege vor Ort.
- Fette und Öle nicht in den Abfluss kippen, weil sie sich ablagern und zusätzlich belasten können.
- Wasch- und Reinigungsmittel bewusst und sparsam dosieren. Oft reicht die empfohlene Menge, bei weichem Wasser meist weniger.
- Beim Wunsch nach Kalkschutz im Haus wird in der Einordnung als Alternative eine Wasserenthärtung ohne Salz genannt, zum Beispiel über Impfkristallbildung.
Weitere Informationen zur genannten Abwasserauswertung sind online abrufbar unter https://aqon-pure/abwasserstudie.
Unterm Strich gilt. Je weniger problematische Stoffe im Haushalt in den Abfluss geraten, desto geringer ist die Last, die später in Gewässern und im Wasserkreislauf wieder auftauchen kann.
Autor:Jens Vollmer aus Kaiserslautern |