Sperrungen im Südwesten: Rastplatz-Toiletten oft unbenutzbar
- Ein mit Schmierereien verunstaltetes WC-Gebäude an einer Autobahn.
- Foto: ---/Via Solutions Südwest Gmbh & Co KG/dpa
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Südwesten. Wer auf der Autobahn eine Pause einlegt, trifft im Südwesten immer wieder auf gesperrte oder stark verschmutzte Toiletten. Nach Angaben der Autobahn GmbH sind auf unbewirtschafteten Rastplätzen Vandalismus, technische Defekte und extreme Hygienemängel die wichtigsten Gründe für vorübergehende Schließungen.
Die WC-Anlagen werden laut Autobahn GmbH Niederlassung Südwest zwar mehrmals täglich gereinigt. Trotzdem müssen einzelne Kabinen immer wieder dichtmachen. Eine Sperrung gilt demnach als Notmaßnahme, wenn Sicherheit, Arbeitsschutz für das Reinigungspersonal oder die Funktion der Anlage nicht mehr gewährleistet sind.
Warum Rastplatz-Toiletten immer wieder schließen
Für Reisende ist das Problem besonders ärgerlich, weil saubere Toiletten bei Pausen als wichtigster Punkt gelten. Genau hier zeigen sich aber große Mängel. Das bestätigte auch ein ADAC-Test von Mitte Juli. Dabei schnitt der Rastplatz Linsenbühl an der A6 bei Mannheim bundesweit zwar am besten ab. Mehrere andere Rastplätze im Südwesten kamen aber nur auf die Note „ausreichend“. Der größte Schwachpunkt waren die Toiletten. Insgesamt hatte der ADAC 50 unbewirtschaftete Rastplätze getestet. Das Ergebnis fiel schlechter aus als beim Vergleich vor vier Jahren.
Hohe Kosten durch Schmierereien und Zerstörung
Nach Angaben der Autobahn GmbH verursachen Schmierereien an WC-Gebäuden und Lärmschutzwänden sowie zerstörte Einrichtungen oder herausgerissene Toilettentüren jedes Jahr Kosten im sechsstelligen Bereich. Hinzu kommen Graffiti und Aufkleber auf Verkehrsschildern. Die Niederlassung Südwest betreut rund 1050 Autobahnkilometer in Baden-Württemberg ohne A7 und A96 sowie Teile von Hessen und Rheinland-Pfalz.
Auch der private Betreiber Via Solutions Südwest meldet entlang der A5 zwischen Malsch und Offenburg immer wieder starke Verschmutzungen. Besonders betroffen waren nach Unternehmensangaben die Rastanlagen Gottswald und Feldmatt. Dort seien die Wände der Toiletten mit schätzungsweise mehr als 100 Aufklebern beklebt worden. Der Betreiber erstattete Anzeige bei der Polizei.
Illegale Müllentsorgung ist fast tägliches Problem
Nach Angaben von Via Solutions Südwest sind Verunreinigungen auf Rastanlagen keine Ausnahme. Entlang der Strecke komme es fast täglich zu Vorfällen. Bei illegaler Müllentsorgung drohen Bußgelder bis zu 100.000 Euro. Bei Sondermüll, Altöl oder Asbest kann die Tat auch strafrechtliche Folgen haben.
Das Landeskriminalamt Stuttgart weist darauf hin, dass Vandalismus das Sicherheitsgefühl vieler Menschen besonders beeinträchtigt. Aus Sicht des LKA haben sich eine auf Brennpunkte ausgerichtete Polizeipräsenz und ein hoher Fahndungsdruck als geeignete Strategien erwiesen.
Zwei Millionen Euro für Reisemüll im Jahr
Allein für den regulären Reisemüll gibt die Autobahn GmbH im Netz der Niederlassung Südwest nach eigenen Angaben rund zwei Millionen Euro pro Jahr aus. Jährlich fallen dort etwa 5000 Tonnen Abfall an. Die Müllbehälter werden wöchentlich geleert, in Hauptreisezeiten zweimal pro Woche.
Zusätzlich sammeln die 15 Autobahnmeistereien jedes Jahr rund 500 Tonnen illegal entsorgten Müll entlang der Autobahnen und auf Rastplätzen ein. Das Einsammeln erfolgt häufig bei fließendem Verkehr und ist nach Angaben der Autobahn GmbH auch ein Sicherheitsrisiko für die Beschäftigten.
Ein Beispiel nennt Via Solutions Südwest für den Parkplatz Schleifweg an der A5 bei Rastatt. Dort soll ein Mann Abfall mit Baumaterialien, Kunststoff- und Styroporkisten sowie verdorbenen Lebensmitteln abgeladen haben. Gegen ihn wurde ein Ermittlungsverfahren eingeleitet. Nach Angaben des Betreibers ist der Parkplatz kein Einzelfall. Allein für die Müllentsorgung investiere das Unternehmen dort jährlich einen mittleren fünfstelligen Betrag.
Was Reisende an Rastanlagen besonders stört
Der ADAC nennt Sauberkeit als mit Abstand wichtigsten Aspekt eines Rastplatzes. Gleichzeitig wird sie laut Befragung als größtes Problem wahrgenommen. In einer Umfrage gaben 60 Prozent der Befragten an, Vandalismus auf unbewirtschafteten Rastplätzen bemerkt zu haben. 86 Prozent empfinden ihn als störend. Mit steigendem Alter nahm dieses Empfinden zu.
Nach Angaben von Via Solutions Südwest können die Folgen illegal entsorgten Mülls auch gefährlich werden. Kinder auf Parkplätzen könnten sich etwa an Glasscherben oder scharfkantigen Dosen verletzen. dpa/red
Autor:Cornelia Bauer aus Speyer |
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