Sonnenbrand vermeiden im Urlaub: 5 typische Sonnenschutzfehler
- 5 Fehler beim Sonnenschutz: LSF 50 ist kein Zauberumhang, denn wer zu wenig aufträgt oder nach dem Baden nicht nachcremt, erreicht den Schutz oft nicht, warnt das CRM.
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Sonnenbrand vermeiden. Wer Sonnencreme falsch nutzt, riskiert trotz hohem Lichtschutzfaktor schneller einen Sonnenbrand. Fachleute des Centrums für Reisemedizin (CRM) nennen fünf typische Fehler, die besonders im Urlaub häufig passieren.
Viele Reisende verlassen sich auf eine Creme mit Lichtschutzfaktor 50 und fühlen sich damit automatisch sicher. In der Praxis wird der angegebene Schutz jedoch oft gar nicht erreicht. Häufig liegt das daran, dass zu wenig Produkt verwendet wird oder nach dem Baden nicht nachgecremt wird. «LSF 50 nützt wenig, wenn Sonnencreme zu sparsam aufgetragen oder nach dem Baden nicht erneuert wird», erklärt Prof. Tomas Jelinek, wissenschaftlicher Leiter des CRM.
Zu wenig Creme und falsches Timing
Damit Sonnenschutz richtig wirkt, kommt es auch auf die Menge an. Nach Angaben des CRM benötigt ein erwachsener Mensch pro Anwendung etwa 30 bis 40 Gramm Sonnencreme. Das entspricht ungefähr drei bis vier gefüllten Esslöffeln. Außerdem braucht das Produkt Zeit, um seine volle Schutzwirkung zu entfalten. Fachleute empfehlen deshalb, die Creme etwa 30 Minuten vor dem Aufenthalt in der Sonne aufzutragen.
Sonnenschutz: Wasserfest bedeutet nicht dauerhaft geschützt
Viele Urlauber verlassen sich auf die Kennzeichnung „wasserfest“. Der Begriff wird jedoch häufig überschätzt. Laut CRM bedeutet „wasserfest“, dass nach zwei Wasseraufenthalten von jeweils 20 Minuten noch mindestens die Hälfte des ursprünglichen Lichtschutzfaktors erhalten bleibt. Bei „extra wasserfest“ gilt das nach vier Badegängen von jeweils 20 Minuten. Auch solche Produkte müssen daher regelmäßig erneut aufgetragen werden.
Alte Sonnencreme kann an Wirkung verlieren
Eine angebrochene Flasche aus dem vergangenen Sommer bietet nicht automatisch noch den gleichen Schutz. Hitze, direkte Sonneneinstrahlung und lange Lagerung können laut CRM die UV-Filter verändern. Dadurch kann die Schutzwirkung nachlassen. Nach Ablauf der Haltbarkeit sollten geöffnete Produkte deshalb nicht mehr verwendet werden.
Mückenschutz erst nach der Sonnencreme
In vielen Urlaubsregionen gehören auch Mücken zum Alltag. Beim Auftragen der Schutzmittel ist die Reihenfolge wichtig. Zunächst sollte der Sonnenschutz aufgetragen werden und etwa 15 bis 20 Minuten einziehen. Erst danach folgt das Insektenschutzmittel. Inhaltsstoffe wie DEET oder Icaridin können sonst die Schutzwirkung der Sonnencreme verringern.
Sonnenbrand vermeiden: UV-Strahlung wird oft unterschätzt
Wolken oder Wind lassen die Sonne oft schwächer erscheinen, ändern aber wenig an der UV-Belastung. Besonders am Meer oder in den Bergen kann sie hoch sein. Orientierung bietet der UV-Index, der etwa in Wetter-Apps angezeigt wird. Schutzmaßnahmen werden bereits ab einem UV-Index von 3 empfohlen.
Bei intensiver Sonneneinstrahlung reicht Sonnencreme allein oft nicht aus. Fachleute raten zusätzlich zu dicht gewebter Kleidung, Sonnenbrille und Kopfbedeckung. Auch das Meiden der intensiven Mittagssonne kann helfen, die Belastung für die Haut zu verringern. dpa/red
Autor:Jens Vollmer aus Wochenblatt Kaiserslautern |