Sommerhitze: Diese Warnzeichen sollten Herzkranke ernst nehmen
- Sommerhitze: Diese Warnzeichen sollten Herzkranke ernst nehmen
- Foto: snowing12/stock.adobe.com
- hochgeladen von Jessica Bader
Gesundheit. Temperaturen über 35 Grad setzen gerade ältere Menschen und Personen mit Herz-Kreislauf-Erkrankungen stark unter Druck. Die Deutsche Herzstiftung rät, Warnzeichen früh zu erkennen und Trinkmenge, Blutdruck, Puls und Medikamente an heißen Tagen besonders im Blick zu behalten.
Hitzeperioden nehmen nach Angaben der Herzstiftung in diesem Sommer zu. Das Robert Koch-Institut nennt rund 12.000 Hitzetote allein in diesem Jahr. Besonders gefährdet sind laut Herzstiftung ältere Menschen sowie Patientinnen und Patienten, die unter anderem wegen Bluthochdruck, Herzschwäche, Herzrhythmusstörungen oder koronarer Herzkrankheit in Behandlung sind.
„Wer dement oder stark pflegebedürftig ist, kann oft nicht selbständig ausreichend trinken, er kann kühlere Räume nicht allein aufsuchen oder rechtzeitig Hilfe holen. Angehörige sollten ihnen deshalb in Hitzeperioden besondere Aufmerksamkeit schenken und sich in kürzeren Zeitabständen nach ihrem Wohlbefinden erkundigen“, rät der Kardiologe und Intensivmediziner Prof. Dr. Thomas Voigtländer, Vorstandsvorsitzender der Deutschen Herzstiftung. „Wenn Betroffene ungewöhnlich schläfrig, verwirrt, schwach oder kaum ansprechbar wirken, sollte medizinische Hilfe geholt werden.“
Welche Beschwerden bei Hitze wichtig sind
Hitze kann Beschwerden auslösen oder bestehende Symptome verstärken. Die Herzstiftung nennt unter anderem Müdigkeit und starke Erschöpfung, Schwindel oder Kreislaufprobleme, Muskelkrämpfe, Herzrasen oder Herzrhythmusstörungen, Blutdruckabfall, Luftnot, Brustdruck oder Brustenge, Verwirrtheit oder Benommenheit, sehr wenig Urin, trockene heiße Haut und Ohnmacht.
Bei ersten Beschwerden sollten Betroffene nicht abwarten. Die Herzstiftung empfiehlt, sofort in den Schatten oder in einen kühlen Raum zu gehen, die Beine hochzulegen, die Haut mit einem feuchten Tuch oder Wasser zu kühlen und langsam etwas Wasser zu trinken.
Die Herzstiftung warnt außerdem vor einem möglichen Hitzschlag bei stark steigender Körpertemperatur. Als Anzeichen nennt sie unter anderem heiße trockene Haut, wenn Betroffene nicht mehr schwitzen, zusammen mit Beschwerden wie Kopfschmerzen, Übelkeit, Erbrechen, Verwirrtheit, Atemnot oder starker Schwäche. Als kritische Schwelle gilt eine Körperkerntemperatur von über 40 Grad. Oberhalb von 42 bis 43 Grad Celsius Körperkerntemperatur besteht Lebensgefahr.
„Herzpatienten sollten bei Hitze aufmerksam bleiben und Beschwerden ernst nehmen. Ärztlich abgeklärt werden sollten neu auftretende oder zunehmende Symptome wie Luftnot, Brustdruck, Herzrasen, ausgeprägter Schwindel, starke Schwäche, Verwirrtheit oder deutlich weniger Urin“, erklärt Prof. Voigtländer. Bei starken Beschwerden wie Brustschmerz, schwerer Atemnot, Ohnmacht, Lähmungen, Sprachstörungen oder Bewusstseinsstörungen sollen Betroffene sofort den Notruf 112 wählen.
Die Herzstiftung rät außerdem, Blutdruck und Puls regelmäßig zu messen, weil Hitze beide Werte verändern kann. Fällt der Blutdruck unter 100 mmHg (systolisch), hält die Herzstiftung die Rücksprache mit einer Ärztin oder einem Arzt für ratsam. Dosisänderungen bei Medikamenten sollen Betroffene nur in Absprache mit dem behandelnden Arzt vornehmen. Das betrifft laut Herzstiftung zum Beispiel Blutdruckmedikamente und wassertreibende Medikamente.
Menschen mit Herzschwäche, Nierenerkrankungen oder begrenzter Trinkmenge sollen vor Hitzewellen ärztlich klären, welche Trinkmenge an diesen Tagen persönlich gilt. Laut Herzstiftung kann für sie sowohl zu wenig als auch zu viel Flüssigkeit problematisch sein.
Infos und Warnzeichen hat die Deutsche Herzstiftung online gebündelt unter herzstiftung.de/herzprobleme-bei-hitze. Hinweise zu Herzmedikamenten bei Hitze gibt es außerdem hier: Podcast zur Hitze und Herzmedikamenten.
Der kostenfreie Ratgeber „Herzkrank jedem Wetter trotzen“ ist bei der Herzstiftung telefonisch unter 069 955128-400 oder online unter herzstiftung.de/bestellung erhältlich.
Autor:Anja Stemler aus Kusel-Altenglan |