Pisa 2025: Jeder dritte Jugendliche hat Probleme beim Lesen und in Mathe
- Studierende an einer Universität oder Hochschule / Symbolbild
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Berlin. Die neuen Pisa-Ergebnisse zeigen ein deutliches Problem im Schulalltag. In Deutschland erreicht etwa ein Drittel der 15-Jährigen im Lesen und in Mathematik keine ausreichenden Basiskompetenzen, in den Naturwissenschaften betrifft das rund ein Viertel.
Die OECD hat die neue internationale Schulleistungsstudie am Dienstag in Paris vorgestellt. Gleichzeitig präsentierte das Zentrum für internationale Bildungsvergleichsstudien die Deutschland-Ergebnisse in Berlin. Wie das Bundesfamilienministerium mitteilt, liegt Deutschland in Naturwissenschaften, Lesen und Mathematik nur noch im OECD-Durchschnitt.
Besonders schwer wiegt aus Sicht der Verantwortlichen, dass der Bildungserfolg weiter stark von der sozialen Herkunft abhängt. Die Unterschiede zwischen sozial benachteiligten und privilegierten Schülerinnen und Schülern sind laut Studie so groß wie nie seit Beginn der Pisa-Erhebungen.
Deutschland erreicht in allen Bereichen nur Durchschnitt
In den Naturwissenschaften kommt Deutschland auf 486 Punkte, im Lesen auf 465 und in Mathematik auf 464 Punkte. Damit liegen die Werte nur noch im Bereich des OECD-Durchschnitts. Zugleich markiert die Studie für Deutschland in allen drei Bereichen den niedrigsten Stand seit Beginn der Pisa-Erhebungen.
Untersucht hat Pisa diesmal vor allem naturwissenschaftliche Kompetenzen von 15-Jährigen. Zusätzlich flossen Ergebnisse im Lesen und in Mathematik ein. Erstmals hat die Studie auch das modellbasierte Problemlösen in digitalen Kontexten erfasst. Hier erreicht Deutschland 498 Punkte und liegt damit im OECD-Durchschnitt.
Bundesministerin Karin Prien sagte: „Die Ergebnisse von PISA 2025 sind für Deutschland dramatisch. Zu viele Jugendliche erreichen nicht die erforderlichen Basiskompetenzen, die sie für ihren weiteren Bildungsweg brauchen. Gleichzeitig hängt der Bildungserfolg in Deutschland weiter viel zu stark von der sozialen Herkunft ab. Zugleich steht unser Bildungssystem vor neuen Herausforderungen: veränderte Mediennutzung, wachsende psychische Belastungen junger Menschen, Künstliche Intelligenz, demografischer Wandel und steigender Fachkräftebedarf. Ein zukunftsfähiges Bildungssystem muss darauf Antworten geben und früher ansetzen, bevor sich Benachteiligungen verfestigen. Anders als beim PISA-Schock 2000 haben wir heute einen Plan, jeder in seiner Verantwortung. Anders als damals kennen wir heute die Antworten und müssen sie konsequent und nachhaltig umsetzen. Mit dem Startchancen- und Qualitätsentwicklungsgesetz stärken wir deshalb die frühe Bildung, erkennen Förderbedarfe früher und unterstützen Kinder gezielt für einen guten Start vom ersten Schultag an. PISA führt uns vor Augen, dass Bildung eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe ist und dauerhaft ganz oben auf unsere politische Agenda gehört. Gemeinsam mit den Ländern und allen, die Verantwortung für Bildung tragen – von Kitas und Schulen über Eltern und Familien bis zu Kinder- und Jugendhilfe, Wissenschaft, Wirtschaft und Zivilgesellschaft – müssen wir dafür sorgen, dass jedes Kind seine Potenziale entfalten kann. Das ist entscheidend für Deutschlands Innovations- und Wettbewerbsfähigkeit. Dafür braucht es keinen kurzfristigen Aktionismus, sondern einen langfristigen gemeinsamen Kurs. Daran werden Bund und Länder entschlossen weiterarbeiten.“
Auch Anna Stolz, Präsidentin der Bildungsministerkonferenz und Bayerische Staatsministerin für Unterricht und Kultus, kündigte an, die begonnenen Maßnahmen fortzuführen. Bund und Länder wollen die Ergebnisse nun gemeinsam auswerten und bestehende Reformen weiterentwickeln. Dazu zählen laut Mitteilung unter anderem das Startchancen-Programm, der Ausbau digitaler Bildungsinfrastruktur, frühere Förderangebote vor dem Schuleintritt, mehr datengestützte Qualitätsentwicklung und die Weiterentwicklung von Ganztagsangeboten sowie der Lehrkräftebildung.
Neben den schwachen Kompetenzwerten nennt die Studie auch einen positiven Befund. Rund drei Viertel der Jugendlichen in Deutschland fühlen sich ihrer Schule zugehörig. Außerdem berichten sie von mehr Freude und Interesse an Naturwissenschaften als noch vor zehn Jahren.
Autor:Heike Schwitalla aus Germersheim |
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