Notfalltraining in Köln: Maurer übt Zähne ziehen im All
- ESA-Astronaut Matthias Maurer (l-r), Bundesforschungsministerin Dorothee Bär (CSU) und DLR-Vorstand Walther Pelzer im Europäischen Astronautenzentrum EAC der ESA in Köln. Maurer rechnet fest mit der Teilnahme an einer Mondmission im übernächsten Jahr.
- Foto: Jörg Ratzsch/dpa
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Köln. Bei langen Raumflügen kann medizinische Hilfe weit entfernt sein: Deshalb trainieren Astronauten in Köln auch Eingriffe wie das Ziehen eines Zahns oder das Nähen von Wunden.
Der deutsche ESA-Astronaut Matthias Maurer hat am Rande eines Besuchs mit Raumfahrtministerin Dorothee Bär im Deutschen Zentrum für Luft und Raumfahrt über dieses besondere Training berichtet. Nach seinen Angaben absolvieren Astronauten ein medizinisches Feldtraining in einer Klinik. Dort stehen mehrere Stationen auf dem Programm.
Medizinisches Training für Notfälle
Zu den Übungen gehören laut Maurer das Nähen von Wunden und das Legen eines Katheters bei Harnverhalt. Auch einfache zahnärztliche Behandlungen werden trainiert. „Teil der Ausbildung war dann auch bei mir, dass ich einen richtigen Zahn ziehen durfte. Also ein fauler Zahn war es, kein gesunder Zahn“, sagte Maurer der Deutschen Presse-Agentur.
Nach seinen Angaben hat er das Ziehen eines Zahns bisher bei zwei Patienten geübt. Es habe sich um ältere Personen gehandelt. Eine Person habe nur noch einen Zahn gehabt. Maurer betonte, dass dies unter strenger ärztlicher Aufsicht geschehen sei. Die Patienten seien vorab informiert gewesen und hätten zugestimmt.
- Wunden nähen
- Katheter legen bei Harnverhalt
- Einfache zahnärztliche Behandlungen
- Zahn ziehen unter Aufsicht
Maurer schilderte den Eingriff als belastend. „Wahrscheinlich habe ich sogar mehr gelitten, weil es doch eine unangenehme Sache ist, jemandem einen Zahn zu ziehen“, sagte er.
Maurer hofft auf Einsatz bei Artemis
Der 56-Jährige rechnet sich nach eigenen Worten große Chancen auf einen Flug zum Mond aus. Er hoffe, Teil einer Artemis-Mission der US-Raumfahrtbehörde Nasa zu sein und vielleicht sogar auf dem Mond zu landen.
Nach der Mondumrundung von „Artemis 2“ in diesem Frühjahr sollen am Mittwoch, 1. Januar mit „Artemis 3“ in der Erdumlaufbahn Andockmanöver mit Mondlandefähren erprobt werden. Für Europa könnte dabei der Italiener Luca Parmitano zum Einsatz kommen.
Für Donnerstag, 1. Januar sind mit „Artemis 4“ und „Artemis 5“ zwei weitere Mondmissionen geplant. Dann sollen erstmals seit rund einem halben Jahrhundert wieder Menschen auf dem Mond landen. Für Europa kommen Maurer oder Alexander Gerst infrage. Die Entscheidung soll ESA-Chef Josef Aschbacher treffen. Das hatte er im Juni am Rande der Internationalen Luft- und Raumfahrtausstellung ILA erklärt.
Sowohl Gerst als auch Maurer gelten als erfahrene Astronauten. Gerst flog 2014 und 2018 zur ISS. Maurer war 2021 im All. dpa/red
Autor:Cornelia Bauer aus Speyer |
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