Medizin-Nobelpreis für Würzburg: Nagel überrascht
- Georg Nagel erhält neben Deisseroth und Hegemann den Nobelpreis für Medizin 2026.
- Foto: Rudi Merkl/Universität Würzburg /dpa
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Würzburg. Die Auszeichnung lenkt den Blick auf die Optogenetik, ein Forschungsgebiet mit bisher begrenzter Anwendung bei Patienten. Der Würzburger Wissenschaftler Georg Nagel hat die Nachricht über den diesjährigen Nobelpreis für Medizin auf einer Terrasse in Italien erhalten.
„Ich sitze hier auf der Terrasse in der Sonne, umgeben von Oliven- und Zitronenbäumen“, sagte Nagel im Interview mit Nobel Prize Outreach. Der 73-Jährige hält sich in den Bergen zwischen Neapel und Rom auf.
Seit seinem Ruhestand verbringt Nagel die kalten Monate nach eigenen Angaben meist in der Heimatregion seiner Frau, die aus Neapel stammt. Dort sei es im Durchschnitt zehn Grad wärmer als in Würzburg. Auch Nebel und graues Wetter gebe es dort nicht.
Nagel hielt Nobelpreis noch für verfrüht
Über die Ehrung sei er sehr überrascht gewesen, sagte Nagel. Vor der Bekanntgabe habe er Freunden, die nach Stockholm blickten, zur Gelassenheit geraten. Nach seiner Einschätzung habe bislang erst ein Patient von der Optogenetik profitiert.
Die Methode sei daher nicht mit Malaria-Medikamenten oder Checkpoint-Inhibitoren gegen Tumorzellen zu vergleichen, von denen viele Menschen profitierten. Nagel habe deshalb gedacht, für den Medizin-Nobelpreis sei es noch zu früh.
Am Montag, 5. Oktober, wurde Nagel gemeinsam mit dem US-Forscher Karl Deisseroth und dem Berliner Wissenschaftler Peter Hegemann für Entdeckungen auf dem Gebiet der Optogenetik ausgezeichnet. [dpa/red]
Autor:dpa content aus Ludwigshafen |