Kinder bei der Fußball-WM begleiten: So helfen Eltern bei Frust
- Jubel bei der Fußball-Meisterschaft – aber auch das ganze restliche Gefühlsprogramm: Bei der WM erleben Kinder Spannung, Freude und Enttäuschung oft geballt. Eltern können als "Gefühls-Coaches" helfen.
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Kinder bei der Fußball-WM begleiten. Große Spiele lösen bei Kindern oft starke Gefühle aus. Freude über ein Tor kann schnell in Frust oder Wut umschlagen, wenn die Lieblingsmannschaft verliert. Gerade jüngere Kinder brauchen dann Unterstützung, um diese Emotionen einzuordnen.
Bei großen Turnieren wie einer Fußball-Weltmeisterschaft fiebern oft schon Grundschulkinder mit. Dabei wechseln Gefühle häufig in kurzer Zeit. Begeisterung, Stolz oder Enttäuschung können unmittelbar aufeinander folgen. Laut der Onlineplattform Flimmo hilft es Kindern, wenn Erwachsene diese Situationen aktiv begleiten und Emotionen verständlich einordnen.
Gefühle benennen statt sie zu bewerten
Jüngere Kinder lernen erst nach und nach, ihre eigenen Gefühle zu verstehen. Monika Sklorz-Weiner vom Berufsverband Deutscher Psychologinnen und Psychologen e. V. (BDP) erklärt, dass es helfen kann, Emotionen konkret auszusprechen.
"Gerade für jüngere Kinder kann es hilfreich sein, die Gefühle konkret zu benennen - ohne diese zu bewerten."
Eltern können laut der Psychologin beispielsweise erklären, warum ein Kind traurig ist. Ein mögliches Beispiel: "Ich verstehe, dass du enttäuscht bist und traurig, dass die Mannschaft das WM-Spiel verlor. Aber im Fußball und häufig auch in anderen Spielen gibt es immer jemanden, der gewinnt und jemanden, der verliert. Wenn man einmal ein Spiel verloren hat, gewinnt man vielleicht wieder das nächste."
Wichtig ist dabei die Botschaft, dass alle Gefühle erlaubt sind. Positive wie negative Emotionen gehören zum Spiel. Statt Kinder mit Ablenkung zu beruhigen, etwa mit Süßigkeiten, kann Nähe helfen. Körperliche Zuwendung oder gemeinsames Reden geben Sicherheit.
Ruhiges Verhalten hilft Kindern beim Umgang mit Emotionen
Kinder orientieren sich stark am Verhalten der Erwachsenen. Fachleute sprechen hier von sogenannter Co-Regulation. Reagieren Erwachsene ruhig, fällt es Kindern meist leichter, ihre eigenen Gefühle zu ordnen.
Wenn ein Elternteil selbst sehr emotional auf ein Spiel reagiert, kann es sinnvoll sein, dass eine andere Bezugsperson das Kind beruhigt. Ist das nicht möglich, kann die Situation genutzt werden, um Strategien im Umgang mit starken Gefühlen zu zeigen.
Ein einfaches Beispiel kann laut Sklorz-Weiner sein, gemeinsam kurz Abstand zu nehmen.
- Tief durchatmen.
- Kurz aufstehen und ein paar Schritte gehen.
- Die Situation gemeinsam besprechen.
Auch bei Traurigkeit kann Nähe helfen. Sklorz-Weiner schlägt vor: "Bei Trauer könnten Eltern etwa fragen: 'Darf ich dich in den Arm nehmen und trösten? Das kann dir helfen, nicht mehr so traurig zu sein.'"
Entscheidend bleibt, dass Kinder sich trotz emotionaler Momente sicher fühlen und erleben, wie Erwachsene mit Gefühlen umgehen. So lernen sie Schritt für Schritt, eigene Reaktionen besser zu regulieren. dpa/red
Autor:Sarah Isele aus Mannheim-Nord |