Kann man sich an Hitze gewöhnen? Psychologin räumt mit einem Irrtum auf
- Die Temperaturen klettern vielerorts auf mehr als 30 Grad. (Symbolbild)
- Foto: Benjamin Westhoff/dpa
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Deutschland. Wiederkehrende Hitzewellen bleiben für viele Menschen belastend, doch nach Einschätzung einer Psychologin lässt sich der Alltag mit guter Vorbereitung besser bewältigen. Birgit Weinmann-Lutz sagt, eine echte Gewöhnung an die Belastung gebe es nicht. Was mit jeder Hitzewelle eher wachse, sei das Wissen darüber, was helfen kann.
Wer psychisch besser durch heiße Tage kommen will, sollte nach ihrer Einschätzung vor allem früh planen. Das könne das Gefühl verringern, hilflos oder unzureichend ausgerüstet zu sein. Wichtig seien praktische Fragen zum Alltag.
- Welche Hilfsmittel werden benötigt
- Wo gibt es kühle Orte in der Umgebung
- Wie lässt sich der Tagesablauf an die Hitze anpassen
Gewöhnung gibt es eher bei Strategien
Erfahrungen aus früheren Hitzephasen können laut Weinmann-Lutz helfen, besser vorbereitet zu sein und passende Strategien zu entwickeln. Körperlich führe das aber nicht dazu, dass sich Menschen im eigentlichen Sinn an die Hitze gewöhnen.
Neben der Vorbereitung nennt die Psychologin auch kognitive und emotionale Strategien. Zu viel Panik helfe nicht. Hilfreich könne es dagegen sein, wahrzunehmen, was trotz der Belastung machbar bleibt, und angemessenes Verhalten bei sich selbst und anderen bewusst zu würdigen.
Nicht jeder Rat lässt sich umsetzen
Nach Einschätzung der Psychologin sind nicht alle Lebensumstände leicht beeinflussbar. Kleidung, Trinkmenge, nächtliches Lüften oder das Abdunkeln der Wohnung ließen sich meist noch gut anpassen. Schwieriger sei es oft, Tagesabläufe grundlegend zu verändern oder eine ungünstige Wohnsituation auszugleichen.
Besonders belastend sei Hitze für ältere Menschen, Kinder und Personen mit körperlichen Vorerkrankungen. Bei psychischen Erkrankungen seien vor allem Menschen betroffen, bei denen Hilflosigkeit eine große Rolle spiele, etwa bei Depressionen oder Traumafolgestörungen.
Allerdings könne es auch gegenteilige Effekte geben. Allgemeine Einschränkungen durch Hitze könnten einzelne psychisch kranke Menschen mitunter sogar entlasten, etwa wenn bei Ängsten oder Zwängen der Druck sinkt, aktiv sein zu müssen. dpa/red
Autor:Cornelia Bauer aus Speyer |
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