Homöopathie-Debatte: Was sich für Versicherte bald ändern könnte
- Malu Dreyer (SPD) und Winfried Kretschmann (Grüne) setzen sich für die Homöopathie als Kassenleistung ein (Archivbild)
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Berlin. Gesetzlich Versicherte könnten homöopathische Arzneimittel künftig selbst bezahlen müssen. Hintergrund ist eine geplante Reform der gesetzlichen Krankenversicherung in Deutschland.
Mehrere prominente Politiker und Persönlichkeiten sprechen sich nun öffentlich gegen die geplante Streichung aus. In einem offenen Brief fordern unter anderem die früheren Ministerpräsidenten Winfried Kretschmann und Malu Dreyer den Erhalt homöopathischer Medikamente als Kassenleistung. Veröffentlicht wurde der Brief vom Deutschen Zentralverein homöopathischer Ärzte.
Zu den weiteren Unterzeichnern gehören der frühere Bundesinnenminister Otto Schily, Grünen Mitgründer Lukas Beckmann sowie Unternehmer Peter Daniell Porsche. Auch die Schauspieler und „Tatort“ Kommissare Hans Jochen Wagner und Felix Klare unterstützen die Initiative.
Geplante Reform der Krankenkassen
Auslöser ist ein Gesetzentwurf des Bundesgesundheitsministeriums zur Reform der gesetzlichen Krankenversicherung. Darin ist vorgesehen, dass Krankenkassen homöopathische Arzneimittel künftig nicht mehr erstatten.
Als Begründung nennt der Entwurf fehlende wissenschaftliche Belege. Für die Wirksamkeit homöopathischer und anthroposophischer Arzneimittel liege keine ausreichende wissenschaftliche Evidenz vor.
Sollte die Regelung beschlossen werden, müssten gesetzlich Versicherte entsprechende Mittel künftig selbst bezahlen. Alternativ wäre eine private Zusatzversicherung möglich.
Einsparungen von rund 50 Millionen Euro erwartet
Nach Schätzungen im Gesetzentwurf könnten die Krankenkassen durch den Wegfall der Erstattung rund 50 Millionen Euro pro Jahr einsparen.
Die Unterstützer des offenen Briefs kritisieren den Plan scharf. Sie sprechen von einer „teuren Fehlentscheidung zu Lasten von Patientinnen und Patienten“ und verweisen auf Studien, die nach ihrer Darstellung Effekte über den Placebo Effekt hinaus zeigen.
Union und SPD wollen das Gesetzgebungsverfahren für das umstrittene Sparpaket bis zur Sommerpause des Bundestages abschließen. dpa/red
Autor:Cornelia Bauer aus Speyer |
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