Herz schützen bei Feinstaub und Lärm: Das hilft im Alltag
- Stress für Körper und Seele: Wer auch nachts Lärm ausgesetzt ist, sollte mit geschlossenen, schallgeschützten Fenstern schlafen.
- Foto: Hauke-Christian Dittrich/dpa/dpa-mag
- hochgeladen von Cornelia Bauer
Herz schützen bei Feinstaub und Lärm. Wer die Belastung durch Verkehrslärm, verschmutzte Luft und Hitze im Alltag senkt, kann zusätzlichen Stress für Herz und Kreislauf verringern. Besonders für Anwohner stark befahrener Straßen kann es helfen, Sportwege, Schlafumgebung und Aufenthaltsorte bewusst zu wählen.
Feinstaub einatmen, nachts Verkehrslärm hören oder über längere Zeit Hitze ausgesetzt sein: Diese Umweltbelastungen können das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen erhöhen und bestehende Beschwerden verstärken. Darauf weist die Deutsche Herzstiftung hin. Der Mainzer Kardiologe und Umweltmediziner Prof. Thomas Münzel bezeichnet sie als «heimliche Akteure der Herzmedizin».
Die individuellen Risikofaktoren bleiben dabei zentral. Dazu zählen hoher Cholesterinspiegel, Rauchen, Bluthochdruck, Diabetes mellitus und Übergewicht. Umwelteinflüsse können das persönliche Risiko zusätzlich erhöhen.
Lärm und Luftschadstoffe können sich gegenseitig verstärken
Verkehrslärm erhöht nach Angaben der Herzstiftung die Ausschüttung von Stresshormonen. Mögliche Folgen sind Schlafstörungen, steigender Blutdruck und Entzündungen. Auch die innere Zellschicht der Blutgefäße kann geschädigt werden.
Besonders relevant ist die Kombination aus Lärm und Luftverschmutzung. Beide Belastungen können sich in ihrer Wirkung verstärken. «Das betrifft uns ungefähr so, als würden wir alle rauchen», so der Kardiologe Prof. Thomas Lüscher vom Imperial College London über die Belastung durch Lärm und Luftverschmutzung im Stiftungs-Magazin «Herz heute».
Eine 2023 veröffentlichte Studie, auf die die Herzstiftung verweist, fand bei Menschen mit hoher Belastung durch Lärm und Luftverschmutzung ein fast dreifach höheres Risiko für Herz-Kreislauf-Ereignisse wie Schlaganfall oder Herzinfarkt als bei Personen mit niedriger Belastung. Auch Feinstaub und andere Luftschadstoffe gelten als Belastungsfaktoren für Herz und Kreislauf. Extreme Hitze kann den Kreislauf zusätzlich beanspruchen.
Diese Alltagsentscheidungen können die Belastung verringern
Die Experten der Deutschen Herzstiftung ordnen vor allem folgende Maßnahmen als sinnvoll ein:
- An Tagen mit hoher Schadstoffbelastung kann anstrengende Bewegung im Freien auf einen anderen Zeitpunkt verschoben oder nach drinnen verlegt werden.
- In Städten mit starkem Autoverkehr sind Parks und Grüngürtel für Joggen oder Radfahren meist weniger belastet als Wege an intensiv befahrenen Straßen. Mit wachsendem Abstand zur Bordsteinkante nimmt die Belastung durch Abgase deutlich ab.
- Holz- und Pelletöfen können Feinstaub in Innenräumen verursachen. Eine sparsame Nutzung begrenzt diese zusätzliche Quelle.
- Gegen nächtlichen Verkehrslärm können geschlossene Schallschutzfenster helfen, wenn die Wohnsituation dies zulässt. Ohrstöpsel sind eine weitere Möglichkeit.
Für Menschen mit Herz-Kreislauf-Erkrankungen bedeutet das vor allem, vermeidbare Belastungen im Alltag zu reduzieren und die bekannten Risikofaktoren weiter im Blick zu behalten. [dpa/red]
Autor:dpa content aus Ludwigshafen |