Heizkosten sparen: Wann Mieter die Heizung einschalten sollten
- Na, schon kalt genug? Wer noch ein wenig warten will, kann etwas Geld sparen. Aber allzu kalt sollte man die Wohnung nicht werden lassen.
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Heizung einschalten. Wohn- und Schlafräume sollten in der Heizperiode meist nicht dauerhaft unter 16 bis 18 Grad Celsius auskühlen, damit Feuchte und Schimmel weniger leicht zum Problem werden. Wann die Heizung erstmals laufen sollte, hängt dabei stärker vom Dämmstandard des Gebäudes und von der Raumtemperatur ab als von einem festen Kalendertag.
Dicker Pullover und Wollsocken können kurzfristig Heizenergie sparen. Bleiben Zimmer aber über längere Zeit kühl, steigt besonders bei hoher Luftfeuchtigkeit das Risiko, dass sich Feuchtigkeit an kalten Wänden niederschlägt. Ein behagliches Raumklima liegt nach Angaben der Verbraucherzentralen meist bei 18 bis 22 Grad Celsius und 40 bis 60 Prozent relativer Luftfeuchtigkeit.
Der Zustand des Gebäudes entscheidet mit über den Heizbeginn
Als Orientierung nennt die gemeinnützige Beratungsgesellschaft co2online für die Außentemperatur folgende Werte. Je schlechter ein Haus gedämmt ist, desto früher wird in der Regel geheizt.
- Unsanierte Altbauten vor Baujahr 1977: ungefähr ab 15 bis 17 Grad Celsius.
- Gebäude aus den Jahren 1977 bis 1995, darunter teils sanierte Altbauten: ungefähr ab 14 bis 16 Grad Celsius.
- Gebäude ab Baujahr 1995: ungefähr ab 12 bis 15 Grad Celsius.
- Niedrigenergiehäuser: ungefähr ab 11 bis 14 Grad Celsius.
- Passivhäuser: ungefähr ab 9 bis 11 Grad Celsius.
Die Werte sind keine festen Vorgaben. Ein Haus ab Baujahr 1995 kann zugleich ein Niedrigenergie- oder Passivhaus sein. Entscheidend bleibt, wie schnell einzelne Räume tatsächlich auskühlen und ob sich an Fenstern oder Außenwänden Feuchtigkeit zeigt.
Thermo-Hygrometer machen kühle Räume besser einschätzbar
Ein Thermo-Hygrometer zeigt Temperatur und relative Luftfeuchtigkeit an und ist bereits für wenige Euro erhältlich. Liegt die Luftfeuchtigkeit dauerhaft über dem Orientierungsbereich von 40 bis 60 Prozent, hilft regelmäßiges Stoßlüften dabei, Feuchtigkeit aus der Wohnung zu bringen.
Wer Räume bewusst kühler hält, sollte die Messwerte besonders beachten. Kalte Luft kann weniger Feuchtigkeit aufnehmen, dadurch steigt die relative Luftfeuchtigkeit schneller. Bei schlechtem Bauzustand kann zudem eine höhere Raumtemperatur nötig sein, um das Schimmelrisiko niedrig zu halten.
In Mietwohnungen zählt eine ausreichend beheizbare Wohnung
Eine bundesweit gesetzlich festgelegte Heizperiode gibt es nicht. Viele Mietverträge nennen jedoch den Zeitraum vom 1. Oktober bis 30. April. Nach Auffassung des Deutschen Mieterbundes beginnt die Heizperiode spätestens am 1. Oktober.
Mieter müssen ihre Wohnung nicht auf eine einheitliche Temperatur heizen. Sie müssen aber vermeiden, dass Räume so weit auskühlen, dass Frost- oder Feuchteschäden entstehen. Wird eine Wohnung trotz aufgedrehter Heizung nicht ausreichend warm, können dokumentierte Raumtemperaturen bei der Meldung an Vermieter oder Hausverwaltung helfen.
Wer Temperatur und Luftfeuchtigkeit zusammen kontrolliert, kann sparsam heizen, ohne die Wohnung unnötig auskühlen zu lassen. [dpa/red]
Autor:dpa content aus Ludwigshafen |