Heizkosten sparen: So senken Haushalte den Verbrauch
- Wer die Heiztemperatur nur um ein Grad senkt, kann rund sechs Prozent Energiekosten sparen.
- Foto: Christin Klose/dpa-mag
- hochgeladen von Cornelia Bauer
Heizkosten sparen. Schon ein Grad weniger Raumtemperatur kann den Energieverbrauch um rund sechs Prozent senken und damit die Rechnung spürbar entlasten. Das ist vor allem relevant, weil Heizen nach Berechnungen von co2online für viele Haushalte teurer werden dürfte. In vielen Wohnungen liegt zugleich Sparpotenzial, wenn Temperatur, Lüften und Wärmeverteilung besser zusammenpassen.
Die Beratungsgesellschaft co2online rechnet für 2026 im Vergleich zu 2025 mit deutlichen Preisunterschieden je nach Heizart. Für eine durchschnittliche 70 Quadratmeter große Wohnung in einem Mehrfamilienhaus wird bei Heizöl ein Plus von 24 Prozent erwartet. Holzpellets könnten um 17 Prozent teurer werden. Fernwärme und Wärmepumpen legen den Berechnungen zufolge im unteren einstelligen Bereich zu. Nur bei Erdgas gehen die Kosten leicht zurück.
Nach Einschätzung von co2online haben neun von zehn Haushalten Möglichkeiten zum Sparen. In einer Wohnung ließen sich im Schnitt etwa 465 Euro pro Jahr einsparen, in einem Einfamilienhaus etwa 1.000 Euro. Die Werte hängen unter anderem vom Gebäude, der Heizart und dem bisherigen Verbrauch ab.
Ein Grad weniger spart spürbar Energie
Die Raumtemperatur ist einer der einfachsten Hebel. Die Verbraucherzentralen geben an, dass ein Grad weniger den Verbrauch um etwa sechs Prozent senken kann. Für Wohnräume gelten 20 Grad als Richtwert, das entspricht ungefähr Stufe 3 am Thermostat.
Im Schlafzimmer werden 18 Grad empfohlen, also etwa Stufe 2,5. In weniger genutzten Räumen reichen 16 Grad, ungefähr Stufe 2. Kälter sollte es wegen möglicher Schimmelbildung nicht werden.
Zeitsteuerung hilft vor allem bei längerer Abwesenheit
Wer tagsüber nicht zu Hause ist, muss Wohnräume nicht durchgehend auf Komforttemperatur halten. Programmierbare oder vernetzte Thermostate können Heizzeiten so steuern, dass Räume zu bestimmten Tageszeiten wärmer oder kühler sind.
Die Verbraucherzentralen sehen in einer „zugeschnittenen Zeitsteuerung“ mit Absenkzeiten ein großes Sparpotenzial. Eine Ausnahme sind Wärmepumpen. Diese arbeiteten ohne Absenkungen „in der Regel effizienter“.
Heizkörper brauchen Platz für warme Luft
Damit Wärme gut in den Raum gelangt, sollten Möbel nicht direkt vor Heizkörpern stehen. Die Verbraucherzentralen raten zu mindestens 30 Zentimetern Abstand. Auch lange Vorhänge vor Heizkörpern oder Verkleidungen bremsen die Wärmeverteilung.
Hinter Heizkörpern kann dagegen Dämmung helfen, besonders bei dünnen, nicht gedämmten Außenwänden und Heizkörpernischen. Dort können laut Verbraucherzentralen bis zu 30 Euro pro Quadratmeter Nischenfläche verloren gehen.
Dichte Fenster und gedämmte Rohre senken Verluste
Ungedämmte Heizungsrohre in unbeheizten Kellern geben Wärme ab, bevor sie in den Wohnräumen ankommt. Das Dämmen ist nicht nur gesetzlich vorgeschrieben, sondern spart nach Angaben der Verbraucherzentralen pro Meter Rohr bis zu zehn Euro im Jahr.
Auch Fenster und Türen sollten möglichst dicht schließen. Ein einfacher Test hilft bei der Einschätzung: Lässt sich ein eingeklemmtes Stück Papier bei geschlossenem Fenster nicht herausziehen, ist das Fenster dicht. Wenn nicht, können zusätzliche Dichtungen oder eine neue Justierung von Fensterflügeln und Türblättern helfen.
Kurzes Stoßlüften schützt Wärme und Raumklima
Frische Luft ist wichtig, kostet aber Energie. Statt Fenster lange gekippt zu lassen, ist mehrmals tägliches Stoßlüften günstiger für den Wärmehaushalt. Am wirksamsten ist Durchzug, weil die Luft schnell ausgetauscht wird, ohne dass Wände stark auskühlen.
Die Verbraucherzentralen empfehlen mindestens drei bis vier Lüftungen am Tag. Wer tagsüber außer Haus ist, kommt oft mit Durchzug morgens und abends aus. Bei Wind oder großer Kälte reichen drei bis fünf Minuten. Bei milderem Wetter kann etwas länger gelüftet werden.
Wenn Heizkörper gluckern oder nicht richtig warm werden, kann Luft im System die Ursache sein. Entlüften kann dann unnötige Energieverluste vermeiden. Entscheidend bleibt die Kombination aus passenden Temperaturen, freien Heizkörpern, dichter Gebäudehülle und kurzem Lüften. [dpa/red]
Autor:dpa content aus Ludwigshafen |