Hausarztmangel in Baden-Württemberg: Wo es bis 2040 eng wird

In einigen Regionen ist die nächste Hausarztpraxis nicht mehr um die Ecke. (Archivbild) | Foto: Tom Weller/dpa
  • In einigen Regionen ist die nächste Hausarztpraxis nicht mehr um die Ecke. (Archivbild)
  • Foto: Tom Weller/dpa
  • hochgeladen von Cornelia Bauer

Stuttgart. Wer in Baden-Württemberg einen Hausarzt sucht, muss sich laut einer neuen Studie vor allem im ländlichen Raum auf eine deutlich schlechtere Versorgung einstellen.

Besonders kritisch könnte die Lage bis 2040 in den Bereichen Bad Säckingen, Rottweil, Sigmaringen und Waldshut-Tiengen werden. Dort sei eine Unterversorgung mit hoher Wahrscheinlichkeit zu erwarten, wenn keine Gegenmaßnahmen greifen.

Studie sieht jede fünfte Person betroffen

Nach Angaben der Krankenkasse Barmer dürfte im Jahr 2040 rund ein Fünftel der Bevölkerung im Land unterversorgt sein. Das entspricht 22 Prozent. Betroffen seien vor allem ländliche Regionen und mittlere Städte. Zu diesem Ergebnis kommt eine Untersuchung des Barmer Instituts für Gesundheitssystemforschung gemeinsam mit der Bertelsmann Stiftung.

Warum sich die Versorgung verschärfen könnte

Als Gründe nennt die Barmer mehrere Entwicklungen:

  • Der Bedarf an Hausärzten steigt
  • Viele Ärztinnen und Ärzte gehen bis 2040 in den Ruhestand
  • Jüngere Mediziner arbeiten im Schnitt weniger Wochenstunden in den Praxen

Dadurch könnte sich der Mangel in vielen Regionen weiter verschärfen.

175 neue Hausärzte gelten als realistisch

Nach Einschätzung der Autoren gibt es aber Möglichkeiten gegenzusteuern. Dafür müssten bis 2040 in Baden-Württemberg rund 175 junge Hausärztinnen und Hausärzte gezielt für besonders betroffene Regionen gewonnen werden. Die Barmer hält dieses Ziel nach eigenen Angaben für machbar.

Ein Instrument dafür ist die Landarztquote. Seit 2021 werden im Südwesten jedes Jahr 75 Medizinstudienplätze an Bewerber vergeben, die sich verpflichten, nach ihrer Ausbildung mindestens zehn Jahre als Hausarzt in einer unterversorgten Region zu arbeiten.

Im Koalitionsvertrag hat die grün-schwarze Landesregierung zudem vereinbart, die Quote auch auf Kinderärzte auszuweiten.

Für die Studie werteten die Wissenschaftler laut Barmer Befragungen von Hausärzten und Daten des Bundesarztregisters aus. Hinzu kamen demografische und arbeitsmarktbezogene Faktoren. dpa/red

Autor:

Cornelia Bauer aus Speyer

Cornelia Bauer auf Facebook

Sie möchten diesem Profil folgen?

Verpassen Sie nicht die neuesten Inhalte von diesem Profil: Melden Sie sich an, um neuen Inhalten von Profilen und Orten in Ihrem persönlichen Feed zu folgen.

78 folgen diesem Profil
Kommentare sind deaktiviert.

Video einbetten

Es können nur einzelne Videos der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Playlists, Streams oder Übersichtsseiten.

Abbrechen

Karte einbetten

Abbrechen

Social-Media Link einfügen

Es können nur einzelne Beiträge der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Übersichtsseiten.

Abbrechen

Code einbetten

Funktionalität des eingebetteten Codes ohne Gewähr. Bitte Einbettungen für Video, Social, Link und Maps mit dem vom System vorgesehenen Einbettungsfuntkionen vornehmen.
Abbrechen

Beitrag oder Bildergalerie einbetten

Abbrechen

Schnappschuss einbetten

Abbrechen

Sie möchten selbst beitragen?

Melden Sie sich jetzt kostenlos an, um selbst mit eigenen Inhalten beizutragen.