Gutes Hören im Straßenverkehr: So sinkt das Unfallrisiko im Alltag
- Gutes Hören im Straßenverkehr und Hörtest bei nachlassendem Hörvermögen.
- Foto: Bundesinnung der Hörakustiker KdöR, Foto: Johannes Hüsch
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Gutes Hören im Straßenverkehr. Wer Warnsignale wie Einsatzsirenen, Fahrradklingeln oder herannahende Fahrzeuge früh hört, kann schneller reagieren und so das Unfallrisiko im Alltag senken.
Darauf weist die Bundesinnung der Hörakustiker KdöR hin, die rund um den Tag der Verkehrssicherheit am Freitag, 20. Juni, die Rolle des Hörens für die Orientierung im Verkehr einordnet. Gerade weil viele Signale erst akustisch auffallen, bevor sie sichtbar werden, kann gutes Hören wertvolle Sekunden bringen.
Ein weiterer Punkt: Moderne Fahrzeuge, etwa Elektroautos und -busse, sind in der Regel leiser. Das macht akustische Hinweise insgesamt feiner und im Alltag leichter zu überhören, vor allem in lauten Umgebungen oder bei vielen gleichzeitigen Reizen.
Warum gutes Hören bei Orientierung und Reaktion hilft
Gutes Hören unterstützt die räumliche Orientierung. Das Gehör hilft dabei, eine Geräuschquelle zu orten und Richtung sowie Entfernung eines nahenden Fahrzeugs einzuschätzen. Das ist relevant beim Überqueren der Straße, beim Abbiegen mit dem Auto oder beim Radfahren in unübersichtlichen Situationen.
Eingeschränktes Hörvermögen kann außerdem mental anstrengender sein, weil mehr Konzentration nötig wird, um Geräusche überhaupt wahrzunehmen und einzuordnen. Die Bundesinnung der Hörakustiker KdöR beschreibt den praktischen Effekt so: Wenn weniger kognitive Kapazität fürs „Mithören“ gebunden ist, bleibt mehr Aufmerksamkeit für Blickführung, Abstandseinschätzung und Reaktionsplanung, besonders in komplexen Situationen wie Rushhour, Dämmerung oder bei schlechtem Wetter.
Alltagssituationen, in denen „mit den Ohren mitdenken“ zählt
Typische Konstellationen, in denen Hören im Straßenverkehr eine zusätzliche Sicherheitsreserve schafft:
- Einsatzfahrzeuge: Sirenen sind oft früher zu hören als das Fahrzeug zu sehen, etwa an Kreuzungen oder in engen Straßen.
- Leisere Fahrzeuge: Elektroautos und -busse nähern sich im Alltag teils weniger auffällig an.
- Gemischter Verkehr: Rufe anderer Verkehrsteilnehmender oder Klingeln von Fahrrädern können Hinweise geben, bevor eine Situation kippt.
- Ablenkung durch In-Ear-Kopfhörer: Hohe Lautstärke oder aktives Noise Cancelling kann Warnsignale überdecken.
Neben der eigenen Sicherheit spielt auch Rücksicht eine Rolle, weil andere Warnsignale nicht immer zuverlässig einordnen können. Kinder können Geräusche häufig noch nicht sicher lokalisieren. Menschen mit Hörbeeinträchtigung nehmen Warnsignale teils nur eingeschränkt wahr. Auch in lauter Umgebung können Signale leichter untergehen.
Praktische Konsequenz im Alltag: Wenn das eigene Hörvermögen nachlässt, kann ein Hörtest bei einem Hörakustiker klären, ob eine Einschränkung vorliegt und ob individuell angepasste Hörgeräte den Hörverlust ausgleichen können.
Weitere Informationen rund ums Hören stehen unter https://www.richtig-gut-hoeren.de sowie auf https://www.instagram.com/biha.kdoer/. Hörakustiker-Fachbetriebe vor Ort sind über https://www.hoerakustiker-suche.de/ zu finden. (red)
Autor:Thorsten Kornmann aus Karlsruhe |