Erdbeben im Südwesten: Diese Regionen sind besonders betroffen
- Geologen schließen ein ernstes Ereignis für die Zukunft nicht aus. (Symbolbild)
- Foto: Oliver Berg/dpa
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Baden Württemberg. Leichte Erschütterungen gehören im Südwesten zum Alltag. Im statistischen Schnitt ist etwa einmal pro Monat ein Erdbeben spürbar. Meist bleibt es bei kurzem Zittern von Wänden oder Lampen.
Die Statistik des Landeserdbebendienstes zeigt fast täglich neue Einträge. Zuletzt gab es kleinere Erschütterungen unter anderem bei Kandern und Schelklingen. Für die meisten Menschen bleibt es bei einem kurzen Schrecken.
Die jüngsten spürbaren Beben
Am Samstag, 1. März, wurde ein Beben der Stärke 2,5 bei Kippenheim im Ortenaukreis registriert. Zwei Tage später folgte am Montag, 3. März, eine Erschütterung der Stärke 2,4 bei Tunsel im Breisgau Hochschwarzwald. Beide Ereignisse wurden von Bewohnern wahrgenommen.
Das stärkste Beben des vergangenen Jahres ereignete sich im Dezember bei Dettingen unter Teck im Landkreis Esslingen. Die Magnitude lag bei 3,0.
Warum es im Südwesten häufiger bebt
Baden Württemberg gilt als das seismisch aktivste Bundesland Deutschlands. Der Grund liegt tief unter der Erde. Die afrikanische Platte drückt gegen die eurasische Platte und hebt dabei die Alpen an. Diese Kräfte wirken bis in den Südwesten.
Besonders entlang geologischer Schwächezonen entladen sich Spannungen immer wieder in Form kleiner Beben. Dazu zählen etwa der Oberrheingraben und die sogenannte Albstadt Scherzone.
Diese Regionen gelten als Hotspots
Mehrere Gebiete im Land sind besonders aktiv.
- Zollernalbregion
- Südlicher Oberrhein und Südschwarzwald
- Westlicher Bodenseeraum
Allein im Jahr 2025 entfielen sechs der 14 spürbaren Erdbeben im Land auf den Landkreis Lörrach.
Wird die Aktivität stärker
Fachleute sehen keinen langfristigen Anstieg. Moderne Messgeräte registrieren heute jedoch auch sehr schwache Erschütterungen. Viele dieser kleinen Ereignisse wären früher unbemerkt geblieben.
Ab welcher Stärke es gefährlich wird
Leichte Beben sind ab etwa Magnitude 2 spürbar. Dann können Wände zittern oder Lampen schwingen.
- Ab Stärke 4 sind erste Gebäudeschäden möglich
- Ab Stärke 5 drohen Risse oder herabfallende Bauteile
Ein solches Beben tritt im Südwesten im Durchschnitt etwa einmal pro Jahrzehnt auf. Zuletzt geschah das 2004 bei Waldkirch mit einer Magnitude von 5,4.
Das stärkste historisch bekannte Beben der Region traf 1356 die Stadt Basel. Die Stärke wird auf mehr als 6,5 geschätzt.
Wie sich Menschen bei einem Beben verhalten sollten
Experten raten dazu, während eines Bebens im Gebäude zu bleiben. Draußen drohen herabfallende Dachziegel, Fassadenteile oder Glas.
- Schutz unter einem stabilen Tisch suchen
- Abstand zu Fenstern und hohen Möbeln halten
- Aufzüge meiden
- Nach dem Beben Radio einschalten
Der Notruf sollte nur bei echten Notfällen gewählt werden. Beim Waldkircher Beben 2004 waren die Leitungen lange blockiert, weil viele Menschen aus Neugier anriefen.
Vorsorge im Alltag
Schon einfache Maßnahmen können Risiken verringern.
- Schränke und Regale an der Wand befestigen
- Schwere Gegenstände nicht über Betten lagern
- Taschenlampe und batteriebetriebenes Radio bereithalten
Informationen zu aktuellen Erschütterungen veröffentlicht der Landeserdbebendienst online. Dort können auch Beobachtungen gemeldet werden. dpa/red
Autor:Cornelia Bauer aus Speyer |
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