Spanner-Fall Freiburg wird neu geprüft: Externe Gutachterin eingesetzt
- Bis spätestens Ende Oktober soll die Prüfung abgeschlossen sein. (Archivbild)
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Freiburg. Der Spanner‑Fall an der Universität Freiburg wird erneut aufgearbeitet. Das baden württembergische Wissenschaftsministerium hat eine externe Expertin beauftragt, den Umgang der Hochschule mit dem Skandal zu prüfen.
Nach Angaben des Ministeriums soll die frühere niedersächsische Justizministerin Barbara Havliza CDU untersuchen, wie die Universität mit den Vorwürfen gegen einen ehemaligen Mitarbeiter umgegangen ist. Außerdem soll geklärt werden, ob die Hochschule ausreichend über den Fall informiert hat. Zuerst hatte die „Badische Zeitung“ berichtet.
Externe Prüfung des Uni Umgangs
Im Mittelpunkt des Gutachtens stehen mehrere Fragen.
- Wie reagierte die Universität auf die Vorwürfe
- Welche internen Abläufe gab es nach Bekanntwerden der Taten
- Ob die Kommunikation gegenüber Öffentlichkeit und Betroffenen ausreichend war
Der Vorschlag für die Beauftragung der Gutachterin kam laut Ministerium aus dem Universitätsrat. Havliza soll ihre Ergebnisse spätestens bis Ende Oktober vorlegen.
Urteil gegen früheren Mitarbeiter sorgt für Kritik
Der Fall hatte bundesweit Aufmerksamkeit ausgelöst. Vor rund zwei Monaten verurteilte ein Gericht einen früheren Mitarbeiter der Universität zu einer Bewährungsstrafe.
Nach Feststellungen des Gerichts hatte der Mann über mehrere Jahre hinweg heimlich Aufnahmen von mehreren Hundert Frauen gemacht. Die Videos entstanden unter anderem in einer von ihm privat vermieteten Wohnung und auch in Sanitärräumen der Universität.
Die Staatsanwaltschaft Freiburg legte gegen das Urteil Berufung ein. Sie hatte eine Freiheitsstrafe von zweieinhalb Jahren gefordert.
Das Urteil löste deutliche Kritik aus. In Freiburg kam es zu Demonstrationen. Auch die Universität selbst geriet wegen ihres Umgangs mit dem Fall und der Kommunikation unter Druck. dpa/red
Autor:Cornelia Bauer aus Speyer |
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